
Des Campers Fluch sind Regen und Besuch? Na, mitnichten! Regen und Besuch machen Camping-Oma Margot rein gar nichts aus. Wohl aber der unter mysteriösen Umständen verstorbene nörgelnde, selbsternannte Platzwart Herr Deutschmann. Während einer Seance treten sie und ihr Enkel Max mit dessen Geist in Kontakt. Und plötzlich steht Deutschmann leibhaftig in ihrem geliebten Wohnwagen. Nachdem der Schreck sich gelegt hat, versuchen die drei das Rätsel um Deutschmanns Verschwinden, sowie seinen Tod zu klären- und das Ganze mit jeder Menge Humor, flotten Sprüchen und unkonventionellen Methoden. Ob das ungewöhnliche Trio das Rätsel am Ende lösen kann und Herr Deutschmann endlich ins Jenseits übertreten kann, müsst ihr natürlich selbst herausfinden. ********************************* Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mit Begeisterung die cozy Krimis um „Yasemins Kiosk“ von Christine Antons gelesen und war total begeistert. Als ich dann erfahren habe, dass sie einen neuen Krimi veröffentlicht, war natürlich klar, dass ich auch diesen lesen muss. Das Setting des im Weserbergland gelegenen Campingplatzes hat mich sofort angesprochen ich wurde nicht enttäuscht! Die Charaktere dieser Geschichte sind einfach Unikate! Die Frankreich liebende Margoo, (wie sie gern genannt werden möchte), ist eine coole, junggebliebene Oma. Sie ist eine etwas spezielle, verschrobene Künstlerin mit Hang zur Esoterik. Sie hat ein loses Mundwerk und in jeder Situation den passenden Spruch parat. Sie ist eine echte Powerfrau, die mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg hält, für jeden einen guten Rat parat hat und herrlich lebensbejahend ist. Und wenn sie über sich selbst sagt, dass in „jeder faltigen Oma ein junges Mädchen steckt“, glaube ich ihr jedes Wort! Der verstorbene Herr Deutschmann – unser Geist- ist die Spießigkeit in Person, pedantisch, todernst und überkorrekt, sodass offensichtlich ist, dass ihm zu Lebzeiten auf dem Campingplatz nicht gerade die Herzen zugeflogen sind. Das gestaltet die Suche nach dem Täter natürlich komplizierter. Als selbsternannter Platzwart hat er den Gästen des Campingplatzes „Anstand und Sitte“, beibringen wollen, sowie für „Recht und Ordnung“ gesorgt. Der dritte im Bunde ist Margots Enkelsohn Max. Ein aufgeweckter, freundlicher und neugieriger Junge, ein kleiner Frechdachs, genau wie seine Oma. Diese drei finden sich als Ermittlungstrio zusammen, und nachdem der ständig grummelnde Herr Deutschmann überzeugt wurde, dass er wirklich gestorben ist, werden Verdächtige observiert, Infos herausgekitzelt und Spuren verfolgt. Die Bindung zwischen Max und seiner Oma ist absolut herzerwärmend und auch wie selbst der nicht ganz umgängliche Herr Deutschmann in die kleine Gruppe integriert wird- anders als zu Lebzeiten- ist wirklich schön zu lesen. Während der Ermittlungen entstehen weitere tolle Bekannt- und Freundschaften auf dem Platz und wir lernen das manchmal etwas spezielle, aber durchgehend liebenswerte Campingvölkchen des Platzes besser kennen. Ich tue mich oft schwer mit Humor in Büchern, aber die Autorin hat absolut einen Nerv bei mir getroffen. Die Geschichte ist humorvoll, manchmal skurril, aber niemals albern. Mehr als einmal musste ich laut lachen, leise kichern oder in mich hineinschmunzeln. Der Leser muss auf jeden Fall offen dafür sein, dass es übersinnliche Elemente gibt, aber diese machen die Geschichte nur noch besonderer. Die Autorin hat mit diesem Buch und ihrem tollen, bildlichen Schreibstil die perfekte Mischung zwischen gemütlicher Campingatmosphäre, Humor und Spannung geschaffen. Ich habe mich während des Lesens in den Urlaub wegeträumt, über Margots loses Mundwerk gelacht und bin mit den dreien auf Spurensuche gegangen. Trotz des Kriminalfalls herrschte eine ruhige, gemütliche Stimmung, sodass auch die sensibleren Leser auf ihre Kosten kommen, ohne, dass Blut vergossen wird. Wenn ihr Margot, ihren pfiffigen Enkel und den regelkonformen Herrn Deutschmann kennenlernen wollt, greift unbedingt zu dieser Geschichte! (Und auch den anderen Büchern der Autorin!)
