Savoir-vivre verhindert leider keine Morde.
Sophie Müller hat es gewagt, ihr Leben radikal zu ändern und ist von Hamburg in einen kleinen Ort in der Champagne gezogen. Nun ja, dass ihr Mann zu seiner jungen Geliebten gezogen ist und ihr eine Großtante das Häuschen in Frankreich vererbte, hat ihr die Entscheidung doch sehr erleichtert. Mit ihren beiden Teenager-Kindern hat sie schnell Freunde gefunden und als Freelancerin kann sie auch von dort ihren Beruf als Modejournalistin ausüben. Doch eines Morgens bekommt sie den Schreck ihres Lebens, als sie beim Spaziergang mit ihrem Hund einen Toten findet, erschlagen mit einer Hacke. Als ihr Nachbar, der Sohn des Mordopfers, als Tatverdächtiger verhaftet wird, beginnt sie auf Drängen ihrer Freundin Madeleine auf eigene Faust zu ermitteln, sehr zum Missfallen des Commissaire Luc Trevier… Die Autorin Marie Gérard präsentiert uns mit Sophie eine taffe Frau und Mutter, die einerseits mit ihren halbwüchsigen Kindern verzweifelt, andererseits mächtig stolz auf sie ist. Viele, die selber Kinder haben werden, oft lächelnd, Situationen wiedererkennen. Doch halt, wer militanter Veganer und eventuell auch noch Antialkoholiker ist, sollte das Buch nicht lesen, denn Jérôme, der Freund von Sophies Tochter und Madeleine sorgen immer dafür, dass leckere Gerichte auf den Tisch kommen, gerne mit einem Glas Wein oder Champagner. Apropos Champagner, nebenbei erfährt man so einiges über dessen Produktion, die Probleme der Winzer und die Schwierigkeiten bei der Umstellung auf ökologischen Anbau. Tja, und wie gesagt, beim Lesen kann man nicht unerklärlicherweise Hunger bekommen. Trotz dieser leckeren Zutaten bleibt es ein Krimi, mit liebenswerten Protagonisten, einer bezaubernden Gegend und Spannung bis zum Schluss. Der wiederum deutet auf eine Fortsetzung hinb, bin schon mal gespannt!

