4. Mai
Bewertung:4.5

Savoir-vivre verhindert leider keine Morde.

Sophie Müller hat es gewagt, ihr Leben radikal zu ändern und ist von Hamburg in einen kleinen Ort in der Champagne gezogen. Nun ja, dass ihr Mann zu seiner jungen Geliebten gezogen ist und ihr eine Großtante das Häuschen in Frankreich vererbte, hat ihr die Entscheidung doch sehr erleichtert. Mit ihren beiden Teenager-Kindern hat sie schnell Freunde gefunden und als Freelancerin kann sie auch von dort ihren Beruf als Modejournalistin ausüben. Doch eines Morgens bekommt sie den Schreck ihres Lebens, als sie beim Spaziergang mit ihrem Hund einen Toten findet, erschlagen mit einer Hacke. Als ihr Nachbar, der Sohn des Mordopfers, als Tatverdächtiger verhaftet wird, beginnt sie auf Drängen ihrer Freundin Madeleine auf eigene Faust zu ermitteln, sehr zum Missfallen des Commissaire Luc Trevier… Die Autorin Marie Gérard präsentiert uns mit Sophie eine taffe Frau und Mutter, die einerseits mit ihren halbwüchsigen Kindern verzweifelt, andererseits mächtig stolz auf sie ist. Viele, die selber Kinder haben werden, oft lächelnd, Situationen wiedererkennen. Doch halt, wer militanter Veganer und eventuell auch noch Antialkoholiker ist, sollte das Buch nicht lesen, denn Jérôme, der Freund von Sophies Tochter und Madeleine sorgen immer dafür, dass leckere Gerichte auf den Tisch kommen, gerne mit einem Glas Wein oder Champagner. Apropos Champagner, nebenbei erfährt man so einiges über dessen Produktion, die Probleme der Winzer und die Schwierigkeiten bei der Umstellung auf ökologischen Anbau. Tja, und wie gesagt, beim Lesen kann man nicht unerklärlicherweise Hunger bekommen. Trotz dieser leckeren Zutaten bleibt es ein Krimi, mit liebenswerten Protagonisten, einer bezaubernden Gegend und Spannung bis zum Schluss. Der wiederum deutet auf eine Fortsetzung hinb, bin schon mal gespannt!

Ein Toter im Weinberg
Ein Toter im Weinbergvon Marie GérardDaboox
25. Feb.
Bewertung:5

„Ein Toter im Weinberg“ ist der erste Band der Cozy Krimireihe „Sophie ermittelt“ von Marie Gerard. Als die Journalistin Sophie beim morgendlichen Spaziergang mit ihrem Hund Ugo eine Leiche in den Weinbergen entdeckt, ist der Schreck groß. Noch größer wird er, als ausgerechnet ihr Nachbar unter Verdacht gerät. Für Sophie ist schnell klar: sie muss selbst ermitteln! Unterstützung erhält sie von ihrer Freundin Madeleine. Lest selbst, wie es ausgeht. Der Schreibstil ist angenehm leicht und humorvoll. Er punktet außerdem durch eine wunderbare bildhafte Sprache. Frankreich - die Champagne ist so lebendig beschrieben, dass man sich dies richtig gut vorstellen kann. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, so dass man immer im Lesefluss ist und sich ein gewisser Spannungsbogen aufbaut. Kulinarisch bekommt man ebenfalls einiges zu bieten: So leckere Gerichte - die Einblicke in die französische Küche machen echt Lust, selbst mit am Tisch zu sitzen und zu genießen. Die Figuren sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Sophie ist eine absolut sympathische Figur, die mit ihren Kindern nach Frankreich gezogen ist und nun auf eigene Faust in einem Mordfall ermittelt. Die Kriminalbeamten sehen das natürlich nicht gerne, zumal sie schon daran verzweifeln, dass Madeleine in ihrem Frisörsalon mehr Informationen erhält, als die Polizei bei sämtlichen Befragungen. Unterhaltung pur! Der Kriminalfall ist gut konstruiert und schlüssig aufgelöst. Geschickte Wendungen führen immer wieder auf falsche Fährten, bevor schließlich der wahre Täter entlarvt wird. Fazit: Ein gelungener Auftakt mit starken Figuren und einer guten Mischung aus Spannung und Humor. Für alle, die Cosy Crime mögen, sind hier genau richtig.

Ein Toter im Weinberg
Ein Toter im Weinbergvon Marie GérardDaboox