5. Nov.
Bewertung:5

Mit "Bunker 7" endet die Cyberworld Reihe von Nadine Erdmann, die mir einfach gewaltigen Spaß gemacht, und viel Freude gebracht hat und ich war absolut nicht bereit mich von Jemma, Jamie, Zack, Will, Ned und Charlie zu verabschieden, aber natürlich war ich auch gespannt auf das Cyberabenteuer, mit dem Erdmann diese wundervolle Reihe abschließen würde. Mit "Mindripper" fing alles an, bei dem die Zwillinge Jemma und Jamie und ihr Freund Zack im London des Jahres 2038 eine Welt eröffnen, in der die Technik wundervoll fortgeschritten ist. Neben treuen Haushaltsrobotern (und später in der Reihe vollfunktionsfähige Biokörper) gibt es eine besondere Attraktion, die jedem Leser, der auch gerne Computerspiele zockt, gefallen wird: Die CyberSpecs. Ein Headset, dass den realen Körper mit der virtuellen Welt verbindet und man sich als eigener Avatar den Gefahren und Freuden des Online Gaming stellen kann. Gemeinsam mit Jemmas Freundin Charlie und den Brüdern Will und Ned Dunnington haben Jemma, Jamie und Zack schon einige Abenteuer in der Cyberwelt erlebt und überlebt und auch in ihrem realen Leben mussten die Freunde schon einigen Bedrohungen trotzen. Dabei sind nicht nur tiefe Freundschaften entstanden, sondern auch Jamies und Zacks Liebesbeziehung ist seit dem ersten Band gewachsen, während Jemma und Will und auch Charlie und Ned etwas aufgebaut haben, was mich als Leser sehr begeistert hat. Mit diesen Charakteren die Zeit zu verbringen, ist leicht und macht Spaß - egal ob sie sich im Online Spiel gegenseitig aufziehen und rumflachsen oder im realen Leben einander die Stärke und Zuversicht vermitteln, die sie brauchen. Auch für diesen siebten Teil gilt, was ich bereits vor einiger Zeit gesagt habe: Diesen Charakteren würde ich überall hin folgen und zuhören, selbst wenn sie einfach nur Tee trinken und sich irgendwo rumlümmeln. "Bunker 7" beginnt mit diesem vertrauten familiären Gefühl, bei dem viel gelacht wird, Pläne für die Zukunft besprochen werden und die Tough Cookies - wie sich die Gruppe online nennt - sich bereits auf das nächste Abenteuer in der Cyberwelt freut. Den neuen Cyberpark Bunker 7 betreten die Freunde diesmal nicht von zu Hause aus, sondern reisen dafür für drei Tage in einen realen Bunker, der von außen wie eine riesige Kuppel aussieht und innen dem Steampunk Motto alle Ehre macht. Schmale Tunnel mit flackernden Laternen, dicken Kupferrohren, viel Metall und Nieten und über mehrere Ebenen mit Wendeltreppen, Rutschstangen und Hängebrücken verbunden. Jamie, der extra für dieses Abenteuer trainiert hat um ohne Krücken klar zu kommen, freut sich trotz der ganzen Kletterei auf das Cybererlebnis. Die Story von Bunker 7 spielt zehn Jahre nach dem Ausbruch einer Vogelgrippe, die aus harmlosen Vögel richtige Bestien gemacht hat, und die Regierung versuchte sie alle zu vergiften, jedoch für weitere Auswirkungen sorgte, die auch andere Tiere und sogar Menschen veränderte. Die Überlebenden haben sich in einem Bunker zusammen geschlossen, bei dem nun die Vorräte knapp werden und man außerhalb des Bunkers auf die Suche gehen muss, um zu überleben. Was für die Freunde als Sammel-Quest beginnt, endet in einem tierischen Massaker, bei dem besonders die neuen Features, den Schmerz stärker zu spüren und nicht sofort nach Einnahme des Heilmittels zu heilen, für Spannung sorgen. Aber nicht nur die virtuelle Welt steckt voller Gefahren: Auch in der realen Welt sind die Freunde in Gefahr, ohne es zu ahnen... Fazit: Nadine Erdmann hat es wieder geschafft mich zu begeistern, mir Angst einzujagen und mich um meine Lieblingshelden bangen lassen. Die Cyberworld Reihe ist etwas ganz besonderes und neben dem großen Abenteuer der Cyberwelt - wo der Fantasie und dem Ekel keine Grenzen gesetzt sind - stehen vor allem die Beziehungen der Charaktere und ihre Wünsche für die Zukunft im weiteren Fokus. Es sind Jugendliche, die bereits einige Herausforderungen gemeistert haben und daran gewachsen sind, gleichzeitig können sie albern genug sein, was ausreichend Humor auf dieses Abenteuer voller Gewalt, Blut und ekliger Natur streut. "Bunker 7" ist das Ende einer Ära, die mit einem gewaltigen Boom endet. Die Autorin weiß genau, wann sie etwas weichere Töne anschlagen muss und wann es der Geschichte hilft so richtig die Sau rauszulassen und etwas zu unterstreichen. Mir hat jeder Ton gefallen und die Übergänge zwischen den ruhigen und spannenden Augenblicken waren sehr gut getimt. Die Cyberworld Reihe ist nicht ohne Grund eine meiner liebsten, was nicht nur an den spannenden Abenteuern in der vituellen Welt liegt, sondern ganz besonders an den Charakteren. Die Zwillinge, die nach dem Tod ihre Mutter und dem Autounfall, der Jamie schwer verletzt hat, eine noch stärkere Verbindung entwickelt haben, sind zusammen mit Jamies Freund Zack - dessen Familiengeschichte zuletzt für einige Schocker gesorgt hat - der Dreh und Angelpunkt dieser Geschichte. Ein Trio, das füreinander durchs Feuer geht. "Bunker 7" konfrontiert besonders Jamie mit traumatischen Ereignissen, doch nicht nur Zack als seine größte Stütze, und Jemma als sein Anker, helfen ihm dadurch, sondern auch Charlie, die jede Chance nutzt Jamie aufzuziehen, sorgt für Ablenkung. Will und Ned müssen sich ebenfall einigen Nachbeben früherer Ereignisse stellen, doch keiner ist alleine. Die Tough Cookies machen ihrem Namen alle Ehre. Mein einzigstes Manko ist, dass ich mich am Schluss nicht von allen Charakteren verabschieden konnte. Ansonsten war dieses Buch ein fantastischer Abschluss einer außergewöhnlichen Reihe.

Cyberworld 7.0
Cyberworld 7.0von Nadine ErdmannPlan 9 Verlag
26. Okt.
Bewertung:3

Da ist er nun, der letzte und abschließende Band der "CyberWorld"-Reihe von Nadine Erdmann. Lange haben wir geduldig gewartet, bis die Autorin uns man Ende doch mit der Information überrascht hat, dass das Buch Anfang August erscheinen würde. Nun ist mir fast ein bisschen weh ums Herz, denn diese Reihe durfte ich von Anfang begleiten, habe mit den Kids mitgefühlt, gelitten und mich mit ihnen gefreut. Unvergessen ist hier für mich Band 5, denn da hat uns die Autorin wirklich einiges zugemutet ... Gerade diese lange Geschichte machte mich natürlich ganz besonders neugierig, was sich die Autorin für "Bunker 7" ausgedacht hat. Der Klappentext: Sommerferien! Was könnte da mehr Spaß machen als ein paar Tage Spannung und Action in einem neuen CyberPark? "Bunker 7" verspricht Endzeit-Nervenkitzel vom Feinsten beim Kampf ums nackte Überleben. Doch schon bald müssen Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde feststellen, dass sie sich diesem Kampf nicht nur im Spiel stellen müssen ... Meine Meinung: Der Klappentext ist ja für meinen Geschmack dieses Mal recht kurz gehalten, aber ich denke, wer bisher sich durch alle Abenteuer von Jemma, Jamie, Zack und ihren Freunden erfolgreich "gearbeitet" hat, wird auch zu diesem Band greifen - ganz gleich, was die Autorin als Teaser veröffentlicht. Ich hatte zwar anfangs ein paar kleine Probleme, alle Namen wieder richtig zuzuordnen (Ich habe einfach kein Gedächtnis für so etwas), aber dann kam ich sehr schnell wieder in die Geschichte hinein, nachdem es erst einmal Klick gemacht hatte, wer wer war. Sehr, sehr genial fand ich in diesem Band das Setting. Dieser CyberPark kann sich ja nun wirklich sehen lassen, eine Mischung aus Dystopie, Endzeit und Steampunk. Hier hat es wirklich Spaß gemacht, unsere Helden auf ihren Missionen zu begleiten, auch wenn es dieses Mal nicht primär darumgeht, möglichst viele Gegner zu besiegen (obwohl das durchaus vorkommt), sondern eher Erkundungsmissionen durchzuführen. Besonders die erste Hälfte der Geschichte hat mir deswegen sehr viel Freude beim Lesen bereitet. Interessanterweise kam für mich der erste Knick genau an dem Punkt, an dem es wirklich so richtig fesselnd hätte werden können. Denn diesen Thriller-Teil der Geschichte hat die Autorin in gerade mal sechs (von 34) Kapiteln abgearbeitet, was in meinen Augen einfach zu schnell vonstatten gegangen ist. Kaum ist die Spannung nämlich da, reagieren unsere Helden schon ziemlich professionell und die Bedrohung ist schon wieder vorbei, ehe für mich überhaupt ein gewisses Gefühl für die Gefahr beim Lesen entstanden ist. Denn eines habe ich hier schmerzlich vermisst: Wo waren die Gefühle, die Ängste, erneut in eine solche Situation zu geraten? Wie gehen die Eltern damit um, dass ihre Kinder sich schon wieder in dieser Situation befinden, die der aus Band 5 doch irgendwie ähnelt? Es tut mir eigentlich leid, das sagen zu müssen, aber das entspricht nicht dem hohen Niveau, das ich mittlerweile von der Autorin gewohnt bin. Das Ende schlussendlich ließ mich mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Einerseits war es ein passendes Ende, andererseits habe ich die ganze Zeit noch auf einen Twist gewartet, der nicht kam. Mag auch sein, dass ich mir vom Finale einfach etwas anderes erwartet habe. Dass ich möglicherweise zu hohe Erwartungen hatte. Denn "Bunker 7" ist durchaus eine tolle Geschichte, sie führt nur alle offenen Enden meiner Meinung nach zu schnell zu einem Ende. Es ist wirklich selten, dass ich das sage, aber diese Geschichte hätte durchaus noch länger sein dürfen ... Eine Kleinigkeit möchte ich noch gesamt zu der Reihe sagen: Sie ist mit Abstand eine der besten, die mir in den letzten Jahren im Jugendbuch-Bereich begegnet ist. Eigentlich gehöre ich ja nicht mehr unbedingt in diese Zielgruppe, aber ich fand es einfach schön, mich auch mal abseits der ziemlich breit gewalzten Romantasy-Wege zu bewegen. Manche Kleinigkeit mochte in der langen Zeit vielleicht für mich nicht immer stimmig sein, aber in Summe hat es sehr viel Spaß gemacht, in den letzten drei Jahren diese Buchreihe verschlingen zu dürfen. Mein Fazit: CyberWorld 7.0 bringt in meinen Augen aus ganz unterschiedlichen Gründen ein etwas durchwachsenes Ende für diese wirklich großartige Reihe. Trotzdem hat es Spaß gemacht, "unsere" Kids ein letztes Mal auf ihren Cyber-Abenteuern zu begleiten.

Cyberworld 7.0
Cyberworld 7.0von Nadine ErdmannPlan 9 Verlag