22. Sept.
Bewertung:5

Und weiter geht's mit dem 2. Fall für Peer Wesendonk in Vertikow. Diesmal muss er einen Waldraub aufklären. Ich liebe dieses Setting. Die Dorfbewohner von Vertikow sind so herrlich echt! Jeder einzelne hat seinen Platz, seine Eigenart, seine Mundart und seinen Humor. Ganz großes Kino. Und dazwischen der Wossi Peer, der seit einem Motorradunfall im Rollstuhl sitzt und sich seitdem als Detektiv versucht. Er ist weiterhin dabei, seinen Platz zu finden, sich mit seiner Behinderung zu arrangieren und diesmal sogar, neue Wege für sich zu eröffnen, um wieder mobiler zu sein und auch am Leben außerhalb seines derzeitigen Dunstkreises teilzunehmen. Dazu kommt dann der Fall, für den er ermitteln soll und der ihn vor körperliche und geistige Herausforderungen und Schwierigkeiten bringt. Das ist aber auch verzwickt alles. Letztendlich ist jeder verdächtig. Doch wo kann ein kompletter Wald hin verschwunden sein?! Für mich als Organistin waren natürlich die Orgelstunden mit Mandy besonders spannend. Zu sehen, wie sehr es ihn schmerzt, nie wieder spielen zu können und nur noch zuhören zu dürfen... Und dann ist da diese Musikerin, die noch so viel lernen muss... Aber auch Peer muss lernen, dass es nicht nur eine Version von richtig gibt. Sondern dass viele Wege zum Ziel führen. Nicht nur beim Orgel spielen, sondern auch bei seinem Fall und im Leben allgemein. Der trockene Humor in der Geschichte hat mir wieder sehr gut gefallen, auch wenn ich Peer manchmal gern ein bisschen in die richtige Richtung geschubst hätte. Er macht sich das Denken aber auch schwer... Aber die Erwartungen an ihn sind auch verdammt hoch. Ich glaube, wenn nicht so viel Druck dahinter wäre, käme er schneller ans Ziel. Aber so konnten wir ihn begleiten bei allen Erfolgen und Rückschlägen und das schweißt zusammen. Er ist aber auch ein zäher Hund! Diesmal erfahren wir auch ein bisschen mehr über seine Frau und wie es ihr damit geht, dass Peer im Rollstuhl sitzt und sie nicht rund um die Uhr für ihn da sein kann. Ich mag sie gern, auch wenn sie lernen muss, loszulassen. Aber ihre Angst darf man definitiv nicht ausblenden, denn auch das hat Einfluss auf die Geschichte, auf Peer, auf seine Seelenheil. Freue mich schon auf den nächsten Fall.

Waldsterben in Vertikow
Waldsterben in Vertikowvon Frank FriedrichsDichtFest