Vielfältige Einblicke in das Abenteuer Jakobsweg
„Man sagt, der Jakobsweg sei wie das Leben, nur in einer Zeitkapsel. Es passiert alles Gute und Schlechte, nur viel schneller, wie in einem Zeitraffer. Es gibt viele Hindernisse, die es zu überwinden und Probleme, die es zu lösen gilt. Du wirst ab und zu kämpfen müssen, aber auch viel Freude erfahren. Alles, was du tun musst, ist, weiterzugehen. Immer weiter.“ (S. 119/ 187) Jana Kroks Roman „Ankommen auf dem Jakobsweg“ liest sich in weiten Teilen wie ein Reisebericht. Die Protagonistin Sofia startet ihre 790 km lange Pilgerreise nach Santiago de Compostela in Roncesvalles. In 29 Kapiteln werden ihre Anreise aus Barcelona (ihrem aktuellen Wohnort) und die folgenden 28 Tagesetappen beschrieben. Sofia reist allein, hält aber engen Kontakt zu ihren Lieben daheim. Nur ihr Freund Luis ist scheinbar vollkommen mit seinem eigenen Leben beschäftigt und bald stellt er Sofia vor eine schwierige Entscheidung... Wird ihr die Pilgerreise helfen, einen Weg zu finden? Im Zentrum des Romans stehen die lebendig beschrieben Begegnungen mit anderen Pilgernden und die Atmosphäre des Jakobsweges. Die Tagesberichte erlauben einen Einblick in das Pilgerleben und bereiten auf mögliche Höhepunkte und Herausforderungen einer derartigen Reise vor. Zusätzlich sind allerlei Tipps im Text zu finden: zur Ausrüstung, zur Planung der Etappen, zur Blasenvermeidung, zu kulinarischen Entdeckungen und zu denkbaren Souvenirs. Diese Aspekte haben mir sehr gefallen. Die Spannungskurve fand ich ebenfalls gelungen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sowohl die Figuren als auch die Wegpunkte der Reise noch mehr Details und damit Tiefe erhalten. Vieles ging mir persönlich ein bisschen zu schnell. Durch den eher sachlichen Erzählstil ist mir Sofia als Person seltsam fern geblieben. Dennoch habe ich sie gerne auf ihrer Reise begleitet und schöne Lesestunden verlebt. Ich finde, dass das Buch auf jeden Fall Lust und Mut macht, eine längere Wanderung zu planen und anzutreten!

