Er wollte einen Liebesroman schreiben und verfasste die schönste Liebeserklärung, die man sich vorstellen kann.
Ich habe 100 Things I Love About You von Jella Banks als Rezensionsexemplar über NetGalley gelesen.
Nach 100 Things I Hate About You war ich sehr gespannt auf den zweiten Band – und für mich hat er den ersten sogar noch übertroffen.
In dieser Geschichte geht es um Noah, der früher Teil einer bekannten YouTube-Familie war und sich inzwischen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Als seine Karriere als Autor auf der Kippe steht, behauptet er kurzerhand, an einem Liebesroman zu schreiben. Das Problem: Von der Liebe hat er eigentlich keine Ahnung. Inspiration findet er schließlich in seiner Projektpartnerin Alyssa, ohne dass sie weiß, dass sie längst zur Hauptfigur seines Romans geworden ist. Doch je näher die beiden sich kommen, desto größer wird Noahs schlechtes Gewissen.
Das Buch ließ sich unglaublich leicht lesen und hat gleichzeitig tiefgründige Themen angesprochen. Besonders gut gefallen hat mir, dass Noah als männlicher Protagonist so viel Raum bekommen hat. Seine Vergangenheit, seine Unsicherheiten und vor allem die immer größer werdende Lügenspirale haben ihn zu einer sehr greifbaren Figur gemacht. Manchmal hätte ich ihn am liebsten geschüttelt, weil man als Leser genau sieht, wie er sich immer weiter verstrickt – und trotzdem konnte ich seine Gedanken und Entscheidungen nachvollziehen.
Alyssa habe ich ebenfalls sehr ins Herz geschlossen. Sie ist warmherzig, offen und verständnisvoll. An manchen Stellen war sie mir fast schon zu nachsichtig, gleichzeitig gehört genau das zu ihrer Persönlichkeit und ihrer eigenen Entwicklung.
Die Liebesgeschichte hat für mich besonders durch ihren gelungenen Slow Burn funktioniert. Die Gefühle entwickeln sich Schritt für Schritt und wirken jederzeit glaubwürdig. Zusätzlich haben die Kapitelanfänge mit Auszügen aus Noahs Roman wunderbar gezeigt, wie sehr dieses Buch eigentlich eine Liebeserklärung an Alyssa ist.
Auch die Rückkehr von Amanda, Alex und weiteren bekannten Figuren aus dem Universum der Autorin hat mir große Freude bereitet. Besonders die kleinen Verbindungen zu früheren Geschichten haben sich wie liebevolle Easter Eggs angefühlt.
Gestört hat mich tatsächlich nichts. Die Konflikte waren nachvollziehbar, die Figurenentwicklung stimmig und das Ende hat die Geschichte für mich sehr schön abgerundet.
Fazit: Eine emotionale, tiefgründige und gleichzeitig wunderbar leichte Romance mit einem großartigen Slow Burn, liebenswerten Figuren und einem männlichen Protagonisten, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Für mich sogar stärker als 100 Things I Hate About You.
Der schönste Liebesroman, den ich je gelesen habe (oder zumindest verdammt nah dran)
Ich hatte das große Glück, 100 Things I Love About You von Jella Benks dank NetGalley bereits vor der Veröffentlichung als E-Book lesen zu dürfen – und das nur kurze Zeit, nachdem ich den ersten Band beendet hatte, den ich ebenfalls geliebt habe. Schon dort war Noah für mich einer der spannendsten Charaktere der Geschichte, weshalb ich unglaublich neugierig auf seine eigene Geschichte war. Und obwohl meine Erwartungen entsprechend hoch waren, hat dieses Buch sie tatsächlich noch übertroffen.
Im Mittelpunkt steht Noah, den Leser des ersten Bandes bereits kennen. Früher war er als Nathan Harrington Teil einer bekannten YouTube-Familie, deren gesamtes Leben öffentlich dokumentiert wurde. Vor sieben Jahren zog er die Reißleine, brach mit seiner Familie und zog zu seiner Großmutter, bei der er bis zu ihrem Tod lebte. Erst danach kam er nach Juniper Falls, wo er bei Alex – seinem einzigen wirklichen Freund – ein neues Zuhause fand und zum ersten Mal versuchte, sich ein eigenes Leben außerhalb seiner Vergangenheit aufzubauen.
Nachdem sein erstes Buch über seine Erfahrungen als Kind einer Influencer-Familie zum Flop wurde, gerät seine Karriere zunehmend unter Druck. Als seine Agentin nach einem neuen Projekt fragt und Noah in Panik nichts vorweisen kann, behauptet er spontan, an einem Liebesroman zu arbeiten. Das Problem dabei ist nur: Noah hat keine Ahnung von der Liebe.
Also kauft er erst einmal einen halben Buchladen voller Liebesromane leer und versucht herauszufinden, wie dieses Genre überhaupt funktioniert. Den ersten Entwurf, den er seiner Agentin schließlich schickt, findet diese allerdings viel zu übertrieben. Sie rät ihm stattdessen, über eine ganz durchschnittliche Frau zu schreiben. Woraufhin Noah beginnt, Listen darüber zu erstellen, was eine durchschnittliche Frau angeblich ausmacht – von Schuhgröße über Musikgeschmack bis hin zu den kleinsten Alltagsgewohnheiten. Auf der Suche nach dieser Frau landet er schließlich bei seiner Kommilitonin Alyssa.
Alyssa hat der Liebe längst abgeschworen. Nach mehreren schlechten Beziehungen möchte sie mit romantischen Katastrophen nichts mehr zu tun haben. Vor allem hasst sie Lügen. Und genau das wird zum Problem, denn während Noah immer mehr Zeit mit ihr verbringt, verliebt er sich nicht nur in sie, sondern verstrickt sich gleichzeitig immer tiefer in ein Lügenkonstrukt, von dem er genau weiß, dass es alles zerstören kann.
Was dieses Buch für mich so besonders macht, sind vor allem die Figuren.
Alyssa ist ein wundervoller Mensch. Warmherzig, intelligent, liebenswert und gleichzeitig jemand, der gelernt hat, sich selbst zu schützen. Obwohl sie nicht die Figur ist, aus deren Perspektive hauptsächlich erzählt wird, habe ich sie sofort ins Herz geschlossen.
Der eigentliche Star der Geschichte ist für mich allerdings Noah.
Es ist das erste Romance-Buch, das ich gelesen habe, in dem der männliche Protagonist so deutlich im Mittelpunkt steht, und gleichzeitig selten eines, bei dem mich eine Figur so oft an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Noah trifft über weite Teile der Geschichte Entscheidungen, bei denen ich ihn am liebsten geschüttelt, angeschrien oder ihm einfach etwas Vernunft eingeprügelt hätte, weil er immer neue Lügen auf bereits bestehende Lügen stapelt und sich dadurch immer tiefer in sein eigenes Chaos hineinmanövriert. Trotzdem konnte ich ihn verstehen. Noah hat sein gesamtes Leben in einer Welt verbracht, in der Ehrlichkeit bestraft wurde und Lügen Sicherheit bedeuteten. Er handelt oft falsch, manchmal sogar katastrophal falsch, aber seine Entscheidungen ergeben aus seiner Vergangenheit heraus Sinn. Genau das macht ihn so greifbar.
Ein Großteil dieses Buches bestand für mich deshalb daraus, meiner Buddyread-Partnerin Nachrichten zu schicken, dass Noah mich fertig macht, ich kurz vor einem Herzinfarkt stehe und endlich darauf warte, dass dieses Kartenhaus aus Lügen zusammenbricht, damit wir alle gemeinsam weitermachen können.
Und genau deshalb funktioniert die Geschichte so gut.
Die Konflikte entstehen nicht durch Missverständnisse, die sich mit einem einzigen Gespräch lösen ließen. Sie entstehen aus den Wunden, Ängsten und Erfahrungen der Figuren.
Besonders berührt hat mich dabei die Entwicklung des Romans, den Noah schreibt.
Ursprünglich sollte Alyssa lediglich die Inspiration für seine Hauptfigur sein. Im Laufe der Geschichte wird dieses Buch jedoch immer mehr zu einer Liebeserklärung an sie. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird, dass Noah längst nicht mehr versucht, einen erfolgreichen Liebesroman zu schreiben. Er versucht, Alyssa zu zeigen, was sie ihm bedeutet.
Eines meiner Lieblingskapitel war außerdem die späte Aussöhnung mit seiner Schwester Sammy. Darauf hatte ich während des gesamten Buches gehofft. Ihre Begegnung hat mich sehr berührt, weil sie endlich die Möglichkeit bekommen, über Dinge zu sprechen, die jahrelang zwischen ihnen standen. Gleichzeitig hätte ich mir hier sogar noch mehr gewünscht. Mehr gemeinsame Szenen. Mehr Gespräche. Mehr Raum für die Beziehung der beiden Geschwister. Gerade weil dieser Handlungsstrang für Noahs Entwicklung so wichtig ist.
Was mich dafür umso mehr aufgeregt hat, waren beide Elternpaare der Geschichte.
Insbesondere Noahs Eltern gehören für mich zu den schlimmsten Elternfiguren, die ich bisher in einem Liebesroman gelesen habe.
Je mehr über Noahs Kindheit und die Dynamik innerhalb der Familie enthüllt wird, desto erschreckender wird das Gesamtbild. Diese Kinder hatten keine Privatsphäre. Kein geschütztes Zuhause. Keine Möglichkeit, einfach nur Kinder zu sein. Ihr gesamtes Leben wurde für Klicks, Reichweite und Aufmerksamkeit ausgeschlachtet.
Besonders erschütternd fand ich die Vorstellung, dass sein ältester Bruder teilweise sogar darüber nachdenkt, dieses Muster bei seinem eigenen Kind fortzuführen. Genau dieser Gedanke zeigt für mich, wie tief solche Erfahrungen nachwirken können.
Ich habe für Noahs Eltern keinerlei Verständnis. Gar keines. Und genau deshalb haben mich diese Passagen emotional so mitgenommen.
Genau dort hat mich das Buch endgültig für sich gewonnen. Ich habe beim Lesen gelacht, geweint, mitgefiebert, gelitten und jede einzelne Seite geliebt. Es gibt nur wenige Bücher, die es schaffen, mich emotional auf so vielen Ebenen gleichzeitig abzuholen, und genau deshalb wird mir diese Geschichte noch lange im Kopf bleiben.
Natürlich gibt es Momente, in denen man Noah am liebsten gegen die nächste Wand setzen würde. Gerade weil Alyssa Lügen so sehr hasst, ist von Anfang an klar, dass die Wahrheit irgendwann ans Licht kommen muss. Die Spannung entsteht deshalb weniger aus der Frage, ob es kracht, sondern vielmehr daraus, wann es kracht und wie groß die Explosion am Ende ausfallen wird.
Für mich ist 100 Things I Love About You eine Liebesgeschichte, die genau verstanden hat, warum Romance funktioniert. Sie lebt von ihren Figuren, ihren Fehlern, ihren Verletzungen und ihrer Entwicklung. Sie schafft es, gleichzeitig emotional, humorvoll, frustrierend, romantisch und unglaublich berührend zu sein.
Und auch wenn „perfekt“ vermutlich ein großes Wort ist, kommt dieses Buch für mich verdammt nah daran heran.
Ein absolutes Must-Read für Romance-Leser.
Band 1 sollte man vorher unbedingt gelesen haben. Die Vorgängerreihe der Autorin kenne ich selbst noch nicht, nach dieser Duologie steht sie allerdings definitiv auf meiner Leseliste.
Noah und Alyssa haben mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint. Beide haben lange versucht, den Erwartungen ihrer Familie gerecht zu werden und haben dabei sich selbst vergessen. Alyssa ist alles andere, als gewöhnlich. Sie ist liebevoll, fürsorglich und ein kleines bisschen Schrullig, mit ihren hässlichen Socken und ihrer ganzjahres Herbst-Liebe. Und das liebe ich so so sehr. Sie wächst an ihrer Herausforderung und lernt, sich gegen ihre Eltern durchzusetzen. Noah ist aus seiner Influencer Familie geflüchtet und versucht, ein ganz gewöhnliches Leben zu führen. Alyssa war seine Möglichkeit, als Autor den großen Durchbruch zu schaffen. Er hat vielleicht Fehler gemacht, aber seine PoV, seine Reue und sein schlechtes Gewissen, haben ihn so nahbar und liebenswet gemacht. Die Dynamik zwischen den beiden war einfach super schön. Jellas wunderschöner Schreibstil, gepaart mit ganz viel Gilmore Girls-Liebe und einem tollen Humor hat das Buch für mich mal wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Süße Idee, die Umsetzung war leider nichts für mich
Anfangs hab ich das Buch wirklich sehr gerne gelesen, dann hat der Protagonist angefangen mega kindisch und naiv zu sein, dass ich es wirklich nur noch anstrengend fand 😭 Jella Benks schreibt so gute Bücher & ja ihre Figuren machen viele Fehler und sind nicht perfekt, es hat mich hier aber so krass genervt wie er seine Fehler gemacht hat und wie sein Verhalten war 😭 und auch die Protagonistin fand ich soo realitätsfern
Ich liebte die Idee, dass Noah sich anhand einer Frau als Muse ein Romance Buch zusammen schusterte, es waren aber auch so viele andere große Themen dabei, die nur kurz angerissen wurden und nicht weiter verfolgt oder erklärt wurden. Es kam mir auch so vor, als wären die protas 15 und 16 😭
⭐️ 3,8/5 Sterne
Ich muss sagen: Ich liebe den Schreibstil und die Art, wie Jella ihre Charaktere schreibt – das ist für mich wirklich ein Highlight in all ihren Büchern. Auch Band 1 mochte ich schon sehr, und rein vom Gefühl her habe ich Band 2 sogar noch mehr ins Herz geschlossen.
Die Dynamik zwischen Noah und Alyssa hat mich direkt abgeholt – ich habe die Verbindung zwischen den beiden sofort gespürt und war total invested. Vor allem Alyssa mochte ich richtig gerne.
Aber: Noah ging mir stellenweise echt auf die Nerven 😅
Einige seiner Handlungen waren mir einfach zu drüber – besonders die wiederkehrenden Situationen (Stichwort Buchhandlung) waren anfangs noch ganz witzig, wurden für mich aber mit der Zeit eher anstrengend.
Insgesamt trotzdem eine richtig schöne Geschichte mit toller Dynamik und viel Gefühl – auch wenn mich Noah hier und da ein bisschen verloren hat.
Für mich war 100 Things I Love About You ein Buch, das mir das Gefühl gegeben hat, genug zu sein. In einer Welt voller Selbstzweifel und fehlendem Mut braucht es manchmal genau diese eine Geschichte, die den Anstoß gibt, sich selbst mehr zu akzeptieren und anzunehmen, wie man ist.
Jella Benks’ Schreibstil schafft dabei die perfekte Balance zwischen Humor und Tiefgang. Er trägt eine Geschichte, in der Figuren aus den Ängsten und Fehlern ihrer Vergangenheit lernen und beginnen, gemeinsam zu wachsen. Sie sind dabei unperfekt, aber ehrlich und authentisch.
Sowohl Noah als auch Alyssa machen sich zu viele Gedanken darüber, was andere von ihnen denken: ob als People Pleaser oder durch den Versuch, nach außen hin perfekt zu wirken. Ihre Vergangenheit hat ihre Rucksäcke mit Selbstzweifeln schwer gefüllt. Umso schöner ist es, ihre Entwicklung mitzuerleben. Besonders Noah verliert sich dabei immer wieder in seinem eigenen Konstrukt aus Ausreden und Geheimnissen, sodass man sich zeitweise fragt, wie er da jemals wieder herausfinden soll.
Gemeinsam schaffen es Noah und Alyssa jedoch, über ihren Schatten zu springen und erleben, wie befreiend es sein kann, mutig zu sein.
Die Handlung ist durchweg unterhaltsam und verbindet eine schöne Romance mit echten Wohlfühlmomenten. Vor allem die kleinen Anspielungen auf die Serie „Gilmore Girls“ haben mich als Fan total begeistert.
Insgesamt hat mich das Buch nicht losgelassen und ich habe es in kürzester Zeit verschlungen und wirklich geliebt. Es ist eine Geschichte, die es schafft, das eigene Gedankenkarussell aus Selbstzweifeln und fehlendem Mut in ruhigere Bahnen zu lenken: hin zu mehr Selbstakzeptanz, Mut und dem Loslassen von Ängsten.
Das Buch hat mich echt zum nachdenken angeregt. Es wird immer so viel von einem abverlangt, einem wird vermittelt, dass man perfekt sein muss. Oftmals ist aber genau das unperfekt, so perfekt.
Ich habe das Buch echt gemocht. Es war tiefgründig, emotional und doch berührend.
Die Story an sich hat mir super gefallen.