Das größte Juwel versteckt sich am Ende des Buches
Der hier vorliegende, erste, Almanach zum Auftakt des frisch gegründeten Carcosa Verlags bietet vielseitig und interessante Essays und Texte zu den ersten Publikationen, welche zum jetzigen Zeitpunkt bereits alle erhältlich sind. Man erfährt viel Hintergrundinformationen über Autor:innen, welche, gefühlt, in der breiten Masse der Sci-Fi (Korrektur: Phantastischen) Literatur nahezu unbekannt sind - zumindest erging es mir so. Es hat in jedem Falle neugierig und Lust auf mehr gemacht, ich kann den Verlag so oder so jedem Enthusiasten der SF- Literatur wärmstens ans Herz legen! Das wahre Highlight ist jedoch die Novelle "Imperiumsstern" des Autors Samuel Delany. Bis dato war mir der Name kein Begriff: jetzt will ich am liebsten alles von ihm lesen. War er auf 100 Seiten erzählt ist nicht nur wahnwitzig kreativ und clever, sondern auch vielschichtig und kurzweilig. Die Geschichte beginnt (hat sie denn einen Anfang? 😉) plump und entfaltet sich mit jeder Seite nach und nach zu etwas wahrhaft großartigem, wie eine Blume bei welcher man Blüte für Blüte, Schicht für Schicht entfernt, um am Ende doch wieder bei einer noch schöneren Blume anzukommen. Besser kann ich es nicht beschreiben... Wer auf verkopfte Filme à la Christopher Nolan steht, wird hier auf seine Kosten kommen. Dieses Juwel (Ha!) ist in einem Begleitwerk versteckt, vermutlich intentional als Belohnung für diejenigen, die sich nicht davor scheuen, einem kleinen Verlag eine Chance zu geben - man wird jedoch belohnt 😊
