Inkas im Weltraum? Irgendwie anders, als man denkt! +++++ Achtung, diese Rezension enthält leichte Spoiler +++ Sabrina Železnýs erster Science-Fiction-Roman „Feuerschwingen“ macht vieles anders, als man denkt – zumindest ging mir es so. In einer fernen Zukunft sind die Inka nicht untergegangen, sondern haben wie viele andere Völker der Erde den Schritt in den Weltraum vollzogen. Auf der Jagd nach Gold, einer nach wie vor wichtigen Ressource, schließen der Iberer Gonzalo und der Inka Manco einen zeitweiligen Pakt, sind sie doch beide auf der Suche nach dem legendären El Dorado. Dass die Völker nach wie vor wie auch zu Kolonialzeiten verfeindet sind, macht die ganze Sache nicht einfacher. Mutierte Lamas übrigens auch nicht. Dies ist die Ausgangssituation von Sabrina Železnýs „Feuerschwingen“ (der soweit ich weiß im NaNoWriMo entstanden ist). Im weiteren Verlauf der Handlung entwickelt sich der Roman jedoch in eine sehr andere Richtung. Dies muss man mögen. Wer jedenfalls glaubt, dass es die ganze Zeit um die Jagd nach El Dorado geht und darauf hinfiebert, wer es zuerst findet, wie es dort aussieht und wer sich das Gold unter den Nagel reißt, der wird vermutlich enttäuscht werden. Vermutlich fällt es mir darum auch schwer, den Roman zu bewerten. Denn die Geschichte von Manco und Gonzalo ist lustig, spannend, dramatisch, schön und wie alle Bücher der Autorin von einer besonderen sprachlichen Eleganz und Magie, die zum Träumen anregt und einfach Spaß macht, zu lesen. Sie ist nur (auch) etwas anderes, als sie zu Beginn suggeriert zu sein. Sie ist keine reine Schatzsuche, keine Schnitzeljagd, kein Indiana Jones im Weltraum. Auch der Science-Fiction-Aspekt ist im Übrigen schwächer, als man erwarten mag und vielleicht manchem Science-Fiction-Fan lieb ist. Es gibt Raumschiffe und fremde Planeten und Strahlenwaffen, aber an vielen Punkten tritt das Genre in den Hintergrund und große Teile der Geschichte könnten auch in einem anderen Setting ohne große Änderungen funktionieren. Das klingt nach großer Kritik, die es aber nicht sein soll. Ich habe Mancos und Gonzalos Reise sehr genossen und mit ihnen gelacht und gelitten. Mir ist es nur wichtig, einmal darauf hinzuweisen, dass die Reise anders verläuft, als man am Anfang vielleicht denkt (jedenfalls ging es mir so). Aus diesem Grund gebe ich „Feuerschwingen“ eine 8/10. Der Roman macht Laune und unterhält gut, mich persönlich haben andere Geschichten der Autorin wie „Das Geheimnis des Mahagonibaums“ oder „Kondorkinder“ aber noch stärker verzaubert.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Ich fand es toll, dass einmal ein Blick auf andere Kulturen geworfen wurde und ich finde, dass sehr gut mit den bekannten Vorurteilen, während des Romans gebrochen wird. Der einzige Kritikpunkt, den ich vielleicht habe, ist, dass mir bei den Karperfliegern die Motivation für die ganzen Intrigien ein bisschen fehlt. Hier hätte ich gerne noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen dazu gehabt. Aber sonst fand ich den Roman kurzweilig und unterhaltsam. Er spielt mit verschiedenen Annahmen und er ist sprachlich gut geschrieben. Ich hatte meine Freunde beim Lesen.
Ein sehr unterhaltsames SciFi-Buch mit schöner Prämisse und kleinen Schwächen. Vor allem der Klappentext hat mich auf eine falsche Fährte gelockt und ich hatte im Mittelteil ziemlich mit Schwierigkeiten zu kämpfen, weil ich davon ausgegangen war, dass dieses Buch einen Inker und einen Iberer im Weltall dabei begleitet, wie sie auf der Erde von Einst nach Eldorado suchen. Tja, das fasst das erste Drittel ganz gut zusammen - aber dann sind sie auf der Erde fertig, das Geheimnis um Eldorado gerät etwas in den Hintergrund und die Zwistigkeiten zwischen den Völkern und den beiden Männern, die noch nicht erkennen, dass da eine Romanze zwischen ihnen aufkeimt, sowie ein böser Kaperflieger mit hohen finsteren Plänen für die Galaxis treten in den Vordergrund. An sich waren diese Handlungsteile alle sehr unterhaltsam und lasen sich spannend, aber ich war doch etwas angefressen, dass der verlassene Planet und das Geheimnis erledigt sein sollten und vorbei waren. Da hatte ich einfach völlig falsche Erwartungen - und deshalb finde ich den Klappentext schlecht. Er sollte schon die richtigen Erwartungen wecken oder zumindest nicht so sehr in die Irre führen ... natürlich ist das eine Kunst für sich, aber die ist hier verfehlt. Etwas, das ich sehr spannend fand, das auf dem Klappentext auch gänzlich fehlt, ist das Thema Hologramme und wie es sich mit den Inka aber auch Iberern verhält. Hologramme, ihre Strahlung, ihre Gefahren, ihr Potential - sie spielen eine unglaublich große Rolle für das Buch und für Manco, der in ein Hologrammmädchen verliebt ist. Leider verliert er sich dabei immer mehr in der Strahlung und deren Folgen ... Einige Aspekte hätte ich mir noch mehr ausgearbeitet gewünscht, da war das World Building nicht ganz vollständig - bzw. die Erzählung ist da sehr schnell drüber gesprungen, auch wenn es vielleicht ausführlicher hätte sein können. Abgesehen von Pacha und dem starken ersten Drittel war die Atmosphäre manchmal etwas sehr generisch, ob Raumschiff oder Planet der Iberer oder Inka, man konnte das alles nicht richtig auseinander halten. Alles in allem eine Leseempfehlung für Liebhaber von SciFi, die weder auf Hard SciFi stehen noch etwas gegen leichte historische Einschläge oder eine (sehr zarte) Liebesgeschichte zwischen zwei Männern haben und sich an meinen Kritikpunkten nicht stören würden. Man sollte sich auf jeden Fall eine eigene Meinung bilden und den Klappentext ignorieren.
Erstmal zu der ganzen Diskussion, ob das nun Science Fiction ist oder nicht: Es ist eine Abenteuergeschichte im Weltall mit mehr Fokus auf die Beziehung der Protagonisten zueinander als auf Technik und futuristische Ideen. Was das für euch ist, dürft ihr selber entscheiden, für mich spielt es für meine Meinung über das Buch kaum eine Rolle. Mein einziger großer Kritikpunkt ist, das man diese Handlung schon tausendmal gesehen und gelesen hat: Zwei die eigentlich verfeindet sein sollten lernen sich zu vertrauen, einer bricht das Vetrauen, fühlt sich schlecht, bla bla bla. Das macht den Großteil des Buches leider vorhersehbar. Allerdings wird das durch die Figuren, die Ideen der Autorin und die Art, wie es geschrieben ist so gut wie ausgeglichen. Manco und Gonzalo haben eine tolle Chemie, sind beide sehr interessant und haben ihre Probleme, gegen die sie ankämpfen müssen. Die Dinge, die sie erleben, sind spannend geschildert, außerdem hat das Buch Lust gemacht, mehr über südamerikanische Geschichte zu lernen und liest sich fließend weg. Gerade die sehr persönlichen Momente zwischen den Charakteren sind berührend geschrieben, ohne unnötig sentimental zu wirken. Es ist eine wirklich gute Version einer bekannten Geschichte, die vor allem Leuten gefallen wird, die mehr Wert auf Charaktere als auf Handlung legen.



