11. Jan.
Ein Buch voller Poesie
Bewertung:4

Ein Buch voller Poesie

"Und in mir ein Ozean" erzählt die Geschichte von Arthur, der bei seiner Mutter in einem Haus an der Ostsee aufwächst. Die Mutter verschwindet spurlos. Und Arthur treibt, mit den Weisheiten seiner Mutter im Ohr, durchs Leben.

Und in mir ein Ozean
Und in mir ein Ozeanvon Dennis StephanQuerverlag
2. Jan.
Bewertung:4

Story: Als Arthurs Mutter an seinem 18. Geburtstag plötzlich verschwindet, bricht für den zartbesaiteten Jungen eine Welt zusammen. Bisher drehte sich sein Leben um die seltsame Frau, die mehr auf die Götter der Natur, geheimnisvolle Zaubereien und ein Dasein am Rand der Gesellschaft geführt hat. Für Arthur beginnt eine lange Reise des Erwachsenwerdens, die ihn nach Hamburg, Amsterdam und Berlin verschlägt, immer auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Erst als er in das verwunschene Haus an der Ostseeküste zurückkehrt, findet er den Frieden, den er immer gesucht hat und löst die Rätsel um das plötzliche Verschwinden seiner Mutter … Eigene Meinung: „Und in mir ein Ozean“ ist der neue Roman von Dennis Stephan, dessen Debüt „Der Klub der Ungeliebten“ vor Jahren beim Incubus Verlag erschienen ist. Sein neues Werk hat eine ähnlich lange Reise hinter sich, wie der Protagonist Arthur und erschien im Herbst 2019 schließlich beim Querverlag. Die Geschichte spielt über mehrere Jahre hinweg und erzählt auf sensible, einfühlsame Weise von Arthur, der den schwierigen Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen allein bestreiten muss, um in einer Welt zu bestehen, die vollkommen anders ist, als er sie kennengelernt hat. Statt Träumereien und mysteriös-gemurmelten Zauberworten, die mythische Aura seiner Mutter und die stille Ruhe der Ostsee erwartet ihn der hektische Alltag großer Städte, eine ganze Palette verschiedener Menschen, von verschiedenen Künstlern, über Partygängern bis hin zu Naturforschern. Sein Weg führt ihn nach Hamburg und Amsterdam, und schließlich nach Berlin und in jeder Stadt testet er neue Lebenswege aus, stets begleitet von der schier übermächtigen Präsenz seiner Mutter, die er trotz allem nicht vergessen, geschweige denn der er für ihren Verrat vergeben kann. Der Leser begleitet ihn auf seinem Weg, durchlebt mit ihm die verschiedenen Etappen seiner Reise und erfährt in Rückblenden, wie Arthur aufgewachsen ist und welche innige Beziehung er zu seiner Mutter hat. Erst zum Ende hin löst der Autor das ein oder andere Rätsel, gewährt dem Leser Einblick in die Hintergründe und beantwortet die dringendsten Fragen. Bis es soweit ist, muss man ein wenig Geduld mitbringen, denn zwischendurch hat man mit einigen Längen zu kämpfen. So schön und lyrisch die Passagen geschrieben sind, da es keinen wirklich roten Faden gibt, dem Arthur folgt und man nicht weiß, wohin Dennis Stephan den Leser letztendlich führen will, man braucht einen langen Atem und Geduld, um das Buch nicht vorzeitig beiseite zu legen. Die Figuren sind, wie vom Autor nicht anders zu erwarten, sehr lebendig und authentisch in Szene gesetzt. Man kann sich sehr gut in Arthur hineinversetzen, durchlebt hautnah mit ihm die verschiedenen Etappen seiner Reise und lernt durch seine Augen auch die Personen kennen, denen er im Laufe der Zeit begegnet. Sie alle wirken realistisch und natürlich, nie übertrieben und gestelzt. Besonders Arthurs Mutter mit ihrer geheimnisvollen Aura und ihrer ganz besonderen Art ist sehr gut in Szene gesetzt – sie ist omnipräsent, erinnert ein wenig an die Rolle der Mutter, wie sie Hermann Hesse in seinen Werken umgesetzt hat. Auch sonst erinnert die Geschichte und die Entwicklung der Hauptfigur ein wenig an Hesses Romanen, allen voran „Demian“. Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Dennis Stephan hat einen sehr feinen, poetischen Stil, der durch Melancholie, Ruhe und sprachliche Eleganz besticht. Er weiß, wie man Worte einsetzt, um Bilder zu erzeugen, ohne dabei kitschig zu werden oder gestelzt zu klingen. Die Sätze fügen sich harmonisch zusammen und entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn man dem Buch genügend Zeit gibt und es mit Ruhe und Bedacht liest. „Und in mir ein Ozean“ ist kein Roman für Zwischendurch, man sollte ihm all seine Aufmerksamkeit schenken, um die Schönheit der Sprache, wie Dennis Stephan sie beherrscht, auch wirklich genießen zu können. Denn diese hebt das Buch erst aus der breiten Masse heraus – es bewegt sich sprachlich fernab der gängigen Mainstream Romane. Fazit: „Und in mir ein Ozean“ ist ein stilistisch herausragender, sehr berührender Coming-of-Age Roman einen feinfühligen, sensiblen jungen Mann, der seinen eigenen Weg finden muss. Trotz einiger Längen im Mittelteil, lohnt sich der Roman allein wegen Dennis Stephans Sprache und die Art, wie er Ereignisse und Dinge beschreibt. Er hat ein Händchen dafür, in jeden Satz und in jeden Dialog einen ganz besonderen Zauber zu weben, der zu Herzen geht und zu berühren weiß. Ein stilles, außergewöhnliches Meisterwerk, das man unbedingt lesen sollte. Zu empfehlen!

Und in mir ein Ozean
Und in mir ein Ozeanvon Dennis StephanQuerverlag
19. Sept.
Bewertung:5

„Und in mir ein Ozean“ von Dennis Stephan ist ein Roman über das Erwachsenwerden, über die Liebe, über Familie und all die Steine, die man auf seinem Weg findet und über all die Päckchen, die man zu tragen hat. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Sexualität mit so vielen Facetten, und letztlich ist es Arthurs ganz eigene, holprige und emotionale Geschichte. Sein Weg führt ihn vom Haus in den Dünen durch einige andere Städte, in denen er seine Zelte aufschlägt und doch führt alles immer wieder zu diesem einen Haus, zu seiner Mutter, die der wichtigste Mensch in seinem leben war und ihm vielleicht mehr denn je das Herz brach. Doch trotz allem merkt man fortwährend den Funken Hoffnung in Arthur und spürt sein gutes Herz, Wärme und doch sieht er vieles durch seine eigenen Erfahrungen zunehmend klarer... Ich kann jedem wärmstens empfehlen dieses Buch zu lesen. Es ist sehr wortgewandt und bildhaft geschrieben und neben den Emotionen und vielen Gefühlen, konnte der Autor für mein Leseempfinden die gesamte Stimmung so wunderbar mit dem jeweiligen Ort verknüpfen, dass es einfach unheimlich schön und traurig zugleich war, Arthur auf seiner Reise zu folgen. Was ich gerne auch noch unbedingt erwähnen möchte: dieses Buch ist im Bezug auf gleichgeschlechtliche Liebe, Liebe in seinen vielen Form eben, sehr aufgeschlossen und das hat mir sehr gefallen! Denn Liebe ist Liebe, mit allem was dazu gehört und sollte auch genauso gelebt und nicht in Schubladen gesteckt werden...

Und in mir ein Ozean
Und in mir ein Ozeanvon Dennis StephanQuerverlag