Inge Vietts „Morengas Erben“ bietet eine eindrucksvolle Reiseerzählung durch Namibia, die sowohl faszinierende Abenteuer als auch eine wichtige Auseinandersetzung mit der kolonialen Geschichte des Landes bietet, jedoch gemischte Reaktionen hervorruft.
Inge Vietts Buch "Morengas Erben" ist eine tiefgehende Reiseerzählung, die den Leser mit auf eine dreimonatige Tour durch Namibia nimmt. Dabei wird nicht nur die beeindruckende Natur und die vielfältigen Begegnungen beschrieben, sondern auch die Auseinandersetzung mit der kolonialen Geschichte des Landes. Die Autorin vermittelt dem Leser einen lebhaften Eindruck von Namibia, indem sie ihre Erlebnisse und Abenteuer teilt. Von Begegnungen mit deutschen Emigranten bis hin zu politischen Aktivisten und engagierten Pfarrern – die Bandbreite der Begegnungen ist beeindruckend. Inge Viett schreckt nicht davor zurück, die dunkle Geschichte der deutschen Kolonisation und den Völkermord an den Herero und Nama im Jahr 1904 zu beleuchten. Dies verleiht dem Buch eine wichtige politische Dimension. Allerdings fand ich, dass die Autorin über bestimmte politische Figuren wie Mugabe "unkritisch und verharmlosend" schreibt. "Morengas Erben" löst daher gemischte Gefühle bei mir aus. Insgesamt bietet das Buch jedoch einen eindrucksvollen Einblick in Namibia und regt zur Auseinandersetzung mit seiner komplexen Geschichte und den aktuellen Herausforderungen an. Es ist eine lesenswerte Lektüre für all diejenigen, die sich für Reiseberichte mit politischem Hintergrund interessieren und einen vielschichtigen Blick auf dieses faszinierende Land suchen.
