„Ein wahrer Verfechter der Rechtsstaatlichkeit muss auch einen mutigen und ehrlichen Charakter haben." „Bei der Erfüllung der Gebote des Gesetzes, dem er dient, ist ein Jurist verpflichtet, alles in sich zu unterdrücken, was diesen Dienst behindern könnte - persönliche Sympathien und Antipathien. Wenn es darum geht, über das Schicksal von Menschen zu entscheiden, ist selbst ein Hauch von Eigennutz und gegebenenfalls Rücksicht auf die eigene Sicherheit unzulässig." Kornew ist jung und hat gerade das Studium abgeschlossen, als man ihn zum Staatsanwalt macht, der für die Aufsicht über den Justizvollzug zuständig ist. Eines Tages erreicht ihn die Eingabe eines politischen Häftlings, mit Blut geschrieben und von einem anderen Häftling vor dem angeordneten Verbrennen gerettet und in einem anderen Brief aus der Anstalt „geschmuggelt". Der Gefangene gibt an, misshandelt worden zu sein. Kurzerhand begibt sich Kornew unangemeldet in die Anstalt und verlangt entgegen aller Gepflogenheiten den Gefangenen zu sehen. Als er sich von der Wahrheit überzeugt hat, glaubt Kornew, es müsse sich um eine Verschwörung der örtlichen Beamten handeln und begibt sich nach direkt nach Moskau zum obersten Staatsanwalt der UdSSR. Nichtsahnend was er dadurch ins Laufen und in welche Gefahr er sich bringen wird... Lange ist die Frage, wie man sich in meinem Beruf verhalten wird, wenn ein totalitäres Regime übernimmt, nicht mehr so hypothetisch wie man es sich wünschen wurde. Wird man sich auflehnen? Um jeden Preis? Und wenn ja, wie? Genau diesen Nerv trifft das Buch. Keine leichte Lektüre, aber so wertvoll.
10. Juni10. Juni 2025
Zwei Staatsanwältevon Georgi DemidowGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
