4. Juni
Bewertung:5

Emotionales Buch mit bildgewaltiger Sprache.

Dieser Roman hat mich sehr bewegt und steht in einer Reihe mit den Büchern von Ann-Helén Laestadius und Elin Anna Labba. Der Roman verbindet eine zarte Liebesgeschichte im eisigen Kanada mit ernsten Themen wie der kolonialen Vergangenheit der nordischen indigenen Völker sowie ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. Ich mag die bildgewaltige und poetische Sprache der Autorin sehr.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
24. Mai

Ein Buch das tief berührt und zum Nachdenken anregt. Ich finde es sehr spannend und wichtig, dass die Autorin Kindern mit diesem Schicksal eine Stimme gibt und ihre Geschichten erzählt. Mir war nicht klar, dass in den 1960ern bis 80ern so indigene Kinder von ihren Eltern gerissen und zwangsadoptiert wurden. Die Geschichten von Jon und Unni, ihre Suche nach Sinn, das Gefühl einer unbegründeten Sehnsucht wurden sprachgewaltig und tiefgründig dargestellt. Eine große Empfehlung.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
15. Feb.
Bewertung:5

Aufwühlend

Was für eine Geschichte, Pageturner, in dem man mit Herzklopfen der Geschichte der Inuit aus 6 Blickwinkeln folgt. Zum einen ist die Sprache zum Teil poetisch, auch die Beschreibung der Natur, das Leben im Eis wird lebhaft beschrieben. Man sitzt frierend vor der Heizung und hofft, daß die Geschichte gut ausgeht. Eine absolute Leseempfehlung.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
15. Feb.
Bewertung:4.5

Was für ein stimmungsvolles Buch! Die Landschaft, die Gerüche, das Licht, alles wird so intensiv beschrieben. Ich bin sowieso ein Nordfan aber alleine das Setting hat mich direkt reingezogen. Ganz gefühlvoll schafft die Autorin so ein sehr komplexes und trauriges Kapitel der indigenen Bevölkerung in Kanada aufzugreifen. Trotzdem überwiegt nicht die Traurigkeit, vielmehr werden die Wege und die Gefühle der Zerrissenheit und Suche nach Heimat unterschiedlicher Figuren nachgezeichnet. Ich tue mir manchmal schwer mit vielen Figuren- und Zeitwechseln aber in diesem Fall war es für mich sehr stimmig. So bin ich allen Figuren nahe gekommen und die Beziehung zwischen Unni und Jon wurde für mich erst so richtig intensiv, als ich auch die andere Seite miterlebt habe. Ein ganz wunderschönes Buch.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
2. Jan.
Bewertung:4

In Kanada trennte man zwischen den 1960ern und den 1980er Jahren geschätzt 20000 Kinder von ihren indigenen Eltern, um sie an weiße Mittelstandsmenschen zu vermitteln. Man nannte diese Zeit später Sixties Scoop und ich hatte noch nie davon gehört. Auch wurden Kinder von ihren Eltern getrennt und auf Internate geschickt um ihnen dort ihre Kultur und ihre Sprache zu nehmen. Der Roman handelt von Unni, deren Mutter sich von ihrem Vater trennt und in das ferne Helsinki zieht. Dort ist Unni den Grausamkeiten anderer Kinder und dem Rassismus ausgesetzt. Nur in den Ferien, wenn sie beim Vater und ihrem Rentier sein darf, ist sie wirklich glücklich. Als Erwachsene untersucht sie als Glaziologin einen Gletscher in Kanada und begegnet dort Jon, der auf der Suche ist nach seinen biologischen Eltern. Sie verlieben sich. Erzählt wird aber auch die Geschichte von Helen, Jons Adoptivmutter, sowie die von Alasie, der biologischen Mutter. Große Leseempfehlung für diesen bewegenden Roman, der mich in kleinen Teilen ein wenig verlor, daher 1 Stern Abzug. Aber allein die Landschaftsbeschreibungen sind großartig!

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
19. Okt.
Was für eine Geschichte. Voll mit schweren Themen und trotzdem nicht zu erdrückend.
Bewertung:4

Was für eine Geschichte. Voll mit schweren Themen und trotzdem nicht zu erdrückend.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar und zieht den Lesenden sofort in die Geschichte. Ich fand die Handlung gut und interessant. Spannend fand ich die Erklärungen zum Klimawandel, die Arbeiten von Unni am Gletscher und die Naturbeschreibungen. Auch haben mich die Lebensläufe von Jon und Unni mitgenommen und sehr nachdenklich zurückgelassen. Unni, das Kind mit einem samischen Vater, das in Helsinki aufwachsen musste, weil die Mutter in Lappland nicht glücklich wurde und für Unni eine andere Zukunft wollte. Sie litt in Helsinki leise und sehnte sich nach ihrem Vater und der unberührten Natur. Weg von der Schule, dem Mobbing und der Ausgrenzung. Auch Jons Werdegang fand ich traurig und beklemmend. Die Themen Zwangsadoption, der Verlust der Identität und die Suche nach dem inneren Frieden begleiteten den Lebensweg von Jon. Die geschichtlichen Fakten und wie die Autorin diese verschiedenen Handlungsstränge miteinander verwoben hat, haben wir gut gefallen. Jedoch hätte ich mir bei diesen Themen mehr Tiefe, mehr Fakten und geschichtlichen Einblicke gewünscht. Die Autorin kratzt an der Oberfläche, was sie gut gemacht hat, aber für mich nicht ausreichend war. Hier hätte ich mir 100 Seiten mehr gewünscht, um dafür einen tieferen Einblick zu erhalten. Trotzdem ist das Buch für mich eine klare Leseempfehlung. Die Themen werden nicht so häufig angesprochen und sollten doch zur Sprache kommen.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
18. Okt.
Dieses Buch MUSS gelesen werden!
Bewertung:5

Dieses Buch MUSS gelesen werden!

•Buchrezi• 🥺 (Jahreshighlight) Zum Inhalt: Unni ist Glaziologin und erforscht einen Gletscher in Kanada. Sie fühlt sich nur in der wilden Natur wirklich zuhause und kämpft mit ihrer Vergangenheit, in der sie gezwungen wurde, ihre geliebte Heimat in Lappland zu verlassen, um eine staatliche Schule zu besuchen, in der sie sich stets fremd fühlte. Dann tritt Jon in ihr Leben. Ein Mann, der sie mit seinen dunklen Augen und seinem schwarzen Haar sofort in den Bann zieht. Die beiden kommen sich näher, doch ihre Wege trennen sich wieder. Auch Jon trägt eine schwere Vergangenheit mit sich. Als Baby adoptiert und nach Dänemark gebracht, fühlte er sich in seiner neuen Heimat nie wirklich wohl… denn er ist anders. Seine Adoptivmutter kann die Geschichte ihres Sohnes und die Gründe der Adoption nicht ruhen lassen und begibt sich auf eine Suche… Eine Suche, die so schmerzhaft ist, dass sie alles infrage stellt. Mein Fazit: Als ich dieses Buch beendet hatte, saß ich mit meinem Mann im Auto und wollte ihm davon erzählen, aber ich konnte nicht. Ich musste weinen. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Ich hatte eine Liebesgeschichte mit Tiefe erwartet, doch bekommen habe ich so viel mehr. Dieses Buch behandelt Themen, die mich tief getroffen haben. Vom fortschreitenden Klimawandel und dem Schmelzen der Gletscher bis hin zu indigenen Völkern, die in der Gesellschaft nicht erwünscht waren und ihrer eigenen Kultur entfremdet wurden. Die vermeintliche Sicherheit außerhalb ihrer Gemeinschaft existierte nicht. Und dann bleibt die große Frage: Wo ist mein Zuhause? Lest dieses Buch! Es hat mir die Augen geöffnet. Was maßen sich Menschen an? Warum werden Kulturen zerstört, Sprachen ausgelöscht und Familien zerrissen? Die Autorin hat ein beeindruckendes Gleichgewicht zwischen verschiedenen Schicksalen geschaffen und dabei eine Geschichte geschrieben, die mich zutiefst berührt und zugleich wütend gemacht hat. Volle 🗻🗻🗻🗻🗻!

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
9. Sept.
Bewertung:4.5

Unni wird im Norden Finnlands geboren. Nach der Trennung der Eltern nimmt die Mutter sie mit in den Süden in eine Kleinstadt. In der Schule wird das Mädchen gemieden, gehänselt, gemobbt, auf dem Heimweg teilweise verhauen. Doch sie erträgt es und freut sich auf die Sommer, die sie bei ihrem Vater im Norden und mit ihrem weißen Rentierkalb Martti in der freien Natur verbringen kann, im Fjäll, beim Fluss, bei Mooren, Moltebeeren und leuchtenden Blumen. Jon ist ein Adoptivkind und wächst in Dänemark auf, merkt aber auch schnell, dass er anders ist und eine unerklärliche Sehnsucht in sich trägt. Er ist Rettungssanitäter, trinkt und stellt alles in Frage. Im Jahr 2002 zahlt ihm seine Adoptivmutter ein Ticket nach Qikiqtarjuaq, Nunavut in Kanada. Dort soll sein Vater leben. Und dort begegnet er Unni. Sie verbringen 10 intensive Tage im Schutz seines Hauses, während draußen ein Schneesturm wütet. 2003: Unni erforscht für ihre Dissertation am kanadischen Gletscher Penny die Strömungen innerhalb des Gletschers. Vor über einem Jahr war sie schon einmal hier, damals mit einer Gruppe Studierender. Damals traf sie Jon zum ersten Mal und sie verbrachten viel Zeit miteinander. Es war nicht nur der Gletscher, zu dem Unni zurückkehren wollte. Das Buch besteht aus 6 Teilen, in denen es später auch um Helen, Jons Adoptivmutter und , Jons leibliche Mutter geht. Ein schmerzhaftes Buch über Herkunft und Identität und über Ungerechtigkeiten an indigenen Völkern in einer Welt, die verschwindet. Ein Roman über Alltagsrassismus, Klimaveränderung und die Suche nach dem Sinn. Inkeri Markkula hat hier ein sprachlich gewaltiges Buch geschrieben, das große Emotionen hervorruft. Die Einstreuung von Begriffen der Samen und Inuit unterstreicht hier wunderbar die Verbundenheit der Völker zu ihrer Kultur (keine Sorge, es gibt es Glossar) und passt hervorragend in diese eindringliche Geschichte mit ihren intensiven Naturbeschreibungen.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag
9. Sept.
Bewertung:4.5

Berührender Roman über Herkunft, Identität und die Liebe zur nordischen Natur

Mit „Wo das Eis niemals schmilzt“ ist Inkeri Markkula - grandios übersetzt von Stefan Moster - ein wunderbarer, berührender Roman über Herkunft, Identität und die Liebe zur nordischen Natur gelungen. Er thematisiert nicht nur den Einfluss der globalen klimatischen Veränderungen auf das Leben im Norden, sondern gibt auch dem Unrecht der (teilweise inoffiziellen) Assimilationsprogramme der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der daraus resultierenden Entwurzelung, mit der die Urvölker des Nordens bis heute zu kämpfen haben, ein Gesicht. Im Zentrum des in sechs Abschnitte gegliederten Romans stehen Unni und Jon, eine Samin aus Finnland und ein in Kanada geborener Inuk, die sich 2002 während einer Sturmnacht in einem kleinen Dorf in der Baffin Bay lieben lernen. Unni ist Glaziologin und auf Forschungsreise in Kanada. Jon, der als Kind von Kanada nach Dänemark übersiedelte, ist auf der Suche nach seinen Wurzeln. Ausgehend von dieser kurzen Begegnung wird zunächst Unnis Geschichte erzählt, die als ein Wandeln zwischen den Welten - zwischen den kurzen Sommern in der arktischen Tundra und den langen Wintern in Südfinnland - beschrieben werden kann. Dann wechselt die Perspektive zu Jon - zu Alltagsrassismus und Entwurzelung - und später, immer weiter in die Vergangenheit vordringend, zu seinen Müttern in Dänemark und Kanada. Empfand ich bereits Unnis Schicksal, ihre Sehnsucht nach der Welt ihres Vaters, ihren Versuch, über das Erlernen des Samischen eine Verbindung aufzubauen, als traurig und sehr berührend, so bildete sich beim Lesen von Jons (Familien-) Geschichte ein immer größerer Kloß in meinem Hals. Auf den letzten 20 Seiten hatte ich permanent Tränen in den Augen, selbst wenn mir die Wendung am Schluss sehr konstruiert vorkam. Doch allein aufgrund seiner bezaubernden Beschreibungen der arktischen Natur sowie seinen Überlegungen zu Sprache und Umwelt ist dieser Roman wirklich empfehlenswert. Die zahlreichen eingestreuten Wörter und Begriffe aus dem Samischen und dem Inuktitut, die in einem Glossar erklärt werden, erlauben einen tieferen Einblick in die jeweilige Kultur, ohne dass diese minutiös beschrieben wird: „Bei Gehen auf dem Meereis konnte sie die Welt der Schule hinter sich lassen, in der ein Wort benutzt wurde, um zig verschiedene Dinge zu bezeichnen (…). Die Welt, in der es immer entweder zu viele oder zu wenige Wörter gab. In der das Eis mit seltsam wenigen Wörtern beschrieben wurde, man aber einen ganzen Satz voller Wörter brauchte, um sila* zu beschreiben, und mit den Wörtern wandelte sich die Welt Stück für Stück.“ (S. 173 von 242) (*lt. Glossar handelt es sich um ein komplexes kosmologisches Konzept, das u.a. mit „Umwelt“, „Wetter“ und Klima“ übersetzt werden kann.) Für mich war dieser wunderbar zu lesende Roman ein Volltreffer.

Wo das Eis niemals schmilzt
Wo das Eis niemals schmilztvon Inkeri Markkulamareverlag