"Hatte ich nicht mal gelesen, dass keine Person auf diesem Planeten das Leben finde, das ihr gehöre?" (S. 54) Klopft euer Herz euch manchmal eine Botschaft? Wie oft hört ihr genau hin, um dann dem Klopfen zu folgen? Und ist eure Entscheidung dann eine kluge oder eher nicht? Noemi Somalvicos Erzählband "Das Herz wirft in der Brust keinen Schatten" zieht uns in eine Welt zwischen Alltäglichem und Absurdem. Die Geschichten handeln davon, wie verstrahlt uns das Verliebtsein macht, wie es uns blendet und wie gerne wir es zulassen. Sie handeln von Menschen, deren Liebe zueinander sich verzweigt und lange Zeit nur noch co-existiert. Von Kleinigkeit, die uns plötzlich am anderen abstoßen. Von Trennungen - die einen schmerzhaft, die anderen längst überfällig. Es geht um Sehnsüchte, denen wir nachgeben oder die wir verdrängen. Wir tauchen ein in kurze Sequenzen - viele davon absurd und ganz sicher niemals so geschehen. Auch Somalvicos Protagonist:innen sind allesamt irgendwie schrullig. Die Texte sind durchzogen von einer besonderen Mischung aus poetischer Einfachheit und surrealen Momenten - mal lustig, mal deprimierend. Das letzte Drittel des Buches wurde für mich allerdings zu einer echten Durststrecke, in der die anfängliche Faszination der Absurdität in Anstrengung umschlug und mein Lesevergnügen trübte.
5. Feb.5. Feb. 2025
Das Herz wirft in der Brust keinen Schattenvon Noemi SomalvicoVerlag Voland & Quist

