Lesen 💙🩵!!!
„Wir müssen eigentlich unser eigener Anker sein“ (S. 97) Eliza arbeitet in Stavanger am Institut für Schlaflosigkeit und möchte wie so viele andere Forscher dem Mysterium des „Nichtschlafens“ auf den Grund gehen. Ihr Gebiet ist ein überaus interessantes, denn sie stellt sich die Frage: Wie wirkt sich die Partnerschaft auf das eigene Schlafverhalten aus? Denn seit sie mit Andreas liiert ist, schlägt sie sich immer öfter die Nächte um die Ohren und kommt kaum zur Ruhe. Um schlafen zu können hört sie sich Vogelstimmen über Kopfhörer an. Wie es ihr Vater früher tat. Hat es damit zu tun, dass die Welt sich immer schneller dreht und die Alltage zunehmend hektischer werden? Und wenn dem so ist, wie bekämpft man diese zunehmende Schlaflosigkeit? „Nachtblüher“ ist ein so zärtlicher, liebevoller und kluger autofiktionaler Roman, der mir ausnahmslos gut gefallen hat und aus dem Herzen sprach. Vielleicht sind es meine Kindheitsparallelen zur Autorin @anandaserne . Wer weiß das schon 😉 🚢 Mit ruhiger Erzählstimme und nüchternen Art erleben wir die Ich-Erzählerin Eliza und ihre (Ver)Suche, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen Hafen in stürmischer See zu finden. „Als Schifferkind hatte ich lange Zeit ein romantisches Bild vom Umziehen. Ich dachte, ich würde an neuen Orten ganz von selbst Freunde finden. Auch mein Vater hatte diese Beweglichkeit im Blut.“ (S. 20) Ihre verschlossene Art ist ihr nicht immer hilfreich und als Andreas sich von ihr trennt, reist sie zu ihrem Bruder Kasper nach Taipeh. Immer mit einer großen Unruhe im Herzen. Ob sie es in Taiwan aushält und wie es dazu kommt, dass sie eine Schlafwächterin in einer der geheimnisumwobenen Schlafkliniken wird, solltet ihr selber lesen.

