28. Jan.
Bewertung:2

Okay, hands down. Das Buch hätte von mir vor dem letzten Kapitel wahrscheinlich sogar volle 5 Sterne bekommen. Bis dahin nämlich solide Kapitalismus- und Gesellschaftskritik verpackt in super einfacher Sprache, schon etwas meta, regt zum selbstständigen Nachdenken und Reflektieren an. Über Konventionen, Arbeitsgestaltung, das Verdecken der Haut in global westlichen Ländern, dem Begriff von Scham und Ehre usw. Einzig der Ansatz, dass Bücher und Wissen und Transfer dessen schlecht sind, weil man vom selbstständigen Denken abgehalten wird, hat mich bis dahin gestört. UND DANN bringt das letzte Kapitel das Thema Religion mit hinein und glorifiziert, dass einem indigenen Stamm das Christentum auferlegt wurde, die eigenen (Glaubens)kultur damit verrufen und unterdrückt wurde und teilweise auch verloren ging. Und das alles, als wäre es okay und - mehr noch - richtig gut. Weil die Menschen dort es davor ja "nicht besser wissen konnten". Entschuldigung, nein. Einfach nein. Rückt leider auch alle davor gewesenen Kapitel etwas in ein anderes Licht. Weil diese mich trotzdem berührt und zum Nachdenken angeregt haben, 2 Sterne.

Der Papalagi
Der Papalagivon Erich ScheurmannTanner & Staehelin