Um Balzacs Frauenbild zu verstehen, werde ich wohl noch ein paar seiner Bücher lesen müssen. Sätze wie "...als die Frau ja nur durch Hingebung und Selbstverleugnung wahrhaft gefallen kann..." lassen mir die Galle hoch kommen, allerdings war das damals eben das gängige Ideal. In Eugenie Grandet war die weibliche Hauptperson tugendhaft und bekam ein gutes Ende. Hier ist die Protagonistin wie die Prinzessin aus König Drosselbart, nur ohne Wandlung und ohne Happy End. Natürlich gibt es solche Frauen (aber auch Männer) wie Balzac sie hier zeichnet, der Stolz, die Arroganz und das unüberwindbare Standesdenken sind nur zu realistisch. Besonders in Frankreich zu dieser Zeit, in der der alte Adel verzweifelt an seinen ehemaligen Privilegien festhält und nicht einsehen möchte, dass sie nicht mehr allein die herrschende Klasse bilden. Der historische Hintergrund ist also allemal interessant.
21. Jan.21. Jan. 2023
Der Ball von Sceauxvon Honoré de BalzacJazzybee Verlag
