Kurzbeschreibung: Sie wollte schon immer die Welt retten. Als engelhafte Blondine mit Modelmaßen und einem ausgeprägten Mutter Teresa-Syndrom kann das doch nicht so schwer sein. Oder doch?...Melissa hat die Schnauze voll. Wenn das Leben nicht so läuft, wie man sich das eigentlich vorgestellt hat, sollte man dringend etwas unternehmen! Kurzerhand trennt sich die frustrierte Kuhdorf-Kindergärtnerin von ihrem langjährigen Machofreund. Da kommt ihr die Gelegenheit, als Nanny bei einer Düsseldorfer Millionärsfamilie anzufangen, genau zur rechten Zeit. Allerdings hat die Sache einen gewaltigen Haken, denn Claudia von Degenhausen, die dominante Herrin des Hauses, leidet unter krankhafter Eifersucht und duldet keine weibliche Konkurrenz in ihrem Haus. Um den Ehemann - ein angeblich notorischer Fremdgeher - nicht in Versuchung führen zu können, muss Melissa einen ungewöhnlichen Deal eingehen, doch damit stellen sich allerhand unerwartete Schwierigkeiten ein. Und warum muss sie sich ausgerechnet in Claudias attraktiven Halbbruder David verlieben? Damit ist die Katastrophe buchstäblich vorprogrammiert... Zur Autorin: Eileen Schlüter wurde in Marl (Kreis Recklinghausen, NRW) geboren und lebt heute noch dort. Die gelernte Pharmazeutisch-Technische Assistentin ist verheiratet und ein ausgesprochener Familienmensch. Momentan ist sie als Mutter und Hausfrau tätig. Das Schreiben ist seit ihrer Kindheit eine ihrer großen Leidenschaften. Sooft es ihr gelingt, versucht sie, sich von ihrem chaotischen Alltag, mit drei kleinen Söhnen, zurückzuziehen und zu schreiben. Mittlerweile stapeln sich unendlich viele Entwürfe und Konzepte verschiedener Romanprojekte. Dabei hat sie die vollständige Unterstützung ihres Mannes, der sie bestärkt und ihr mehr Zeit zum Schreiben ermöglicht. Rezension: Die 26-jährige Melissa hat sich gerade von ihrem Freund Sören getrennt, einem Macho, wie er im Buche steht. Auch ihren Job als Kindergärtnerin gibt sie auf, nachdem ihr Zeitvertrag dort abgelaufen ist. Als sie die Gelegenheit bekommt, Nanny bei einer wohlhabenden Industriellenfamilie in Düsseldorf zu werden, greift sie diese Chance beim Schopf, denn die Bezahlung ist überaus großzügig. Doch hat dieser Job auch einen Haken: Die Auftraggeberin verlangt, dass sich Melissa, eigentlich blond und mit Traummaßen ausgestattet, als türkisches Kindermädchen ausgibt, da ihr Mann sie schon einmal mit einem Au-pair-Mädchen betrogen hat. Für Melissa kein Problem, ist ihre beste Freundin Yasemin doch Türkin und hat von ihrer Cousine Birgül einen großen Fundus an Kopftüchern und wallenden Kleidern im Vorrat. Doch so leicht, wie Melissa sich diese Maskerade vorgestellt hat, ist das Leben als Melek dann doch nicht: Ihr begegnen Vorurteile, Ausländerfeindlichkeit, Arroganz, aber auch eine neue Liebe... Normalerweise bin ich nicht wirklich ein Fan von Frauenromanen oder dem sogenannten Chick-Lit-Genre. Doch Eileen Schlüter konnte mich mit Geliebte Nanny von der ersten Seite an begeistern, was vor allem an der interessanten Idee des Romans lag. Melissa mag zu anfangs ein typisches Klischee für Blondinen darstellen, blond und mit Traummaßen ausgestattet. Doch ist sie eine sehr sympathische junge Frau, die ihr eigenes Leben komplett umkrempeln will, was ihr auch recht gut gelingt. Als Melek ist sie zu Beginn noch etwas schüchtern und lässt dumme Kommentare von anderen unbeantwortet, doch steigert sich ihr Selbstvertrauen im Verlaufe der Geschichte immer mehr in dieser Rolle. Ihre Auftraggeberin Claudia, die "Klodia" genannt werden möchte (was mich etwas an Karl Lagerfeld und seine damalige Muse Claudia Schiffer erinnerte, die er so nannte), ist die typische Society-Lady, die nichts anderes im Sinn hat als Karriere, Geld und Mode. Ihre Kinder erscheinen ihr egal, was sich aber glücklicherweise am Ende der Geschichte zusehends ändert. David, Claudias Halbbruder, ist von Anfang an sympathisch. Er verliebt sich in die vermeintliche Melek und Melissa ist in der Bredouille, ihm zu erklären, wer sich eigentlich hinter dem türkischen Kindermädchen wirklich verbirgt, zumal die echte Melissa ihn bereits zweimal in einer Diskothek hat abblitzen lassen. Eileen Schlüter bringt viele verschiedene Themen in Geliebte Nanny mit ein, was mir sehr gefallen hat. Sei es die Trennung vom Partner, einem beruflichen Neubeginn und schwerpunktmäßig das Thema Integration und kulturelle Vorurteile. Und das alles verpackt sie nicht nur mit dem angemessenen Ernst für die einzelne Situation, sondern auch mit jeder Menge Augenzwinkern und Humor, dort, wo es auch der aktuellen Szene angepasst ist. Einzig der leider etwas zu überstürzte Schluss der Geschichte hat mich etwas gestört. Zwar ist dieser vorhersehbar, was ich aber nicht weiter schlimm empfand, aber für meine Begriffe war er einfach zu überhastet. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich vergeben kann. Eileen Schlüter konnte mich definitiv mit ihrem Erstlingswerk begeistern, und ich hoffe, in der Zukunft noch mehr von dieser vielversprechenden Jungautorin lesen zu dürfen! Fazit: Mit Geliebte Nanny ist der Jungautorin Eileen Schlüter ein unterhaltsamer Mix aus Liebesgeschichte, Humor und auch dem ernsten Thema der Integration gelungen, der zu begeistern versteht.
Inhalt: Melissa, genannt Mel, ist jung, hübsch, seit kurzem single und in naher Zukunft vorerst auch ohne Job, denn ihr Zeitvertrag im niederrheinischen Kuhdorf-Kindergarten läuft aus. Glücklicherweise findet sich schnell eine neue Anstellung als Kindermädchen bei einer Millionärsfamilie im nicht fernen Düsseldorf. Allerdings verlangt ihre künftige Arbeitgeberin Claudia von Degenhausen, dass Mel einen sehr ungewöhnlichen Deal eingeht, mit eher eigentümlicher Arbeitskleidung für eine Nanny. Der Grund ist, dass Claudia krankhaft eifersüchtig ist und in jeder hübschen Frau eine Gefahr für ihre Ehe sieht. Doch damit nicht genug mit den "Problemen" der reichen Familie, denn Harmonie und Liebe sucht man in der Mutter-Kinder-Beziehung vergebens. Und dann ist da ja auch noch der jüngere Bruder von Claudia von Degenhausen, an dem Mel interessiert ist, aber aufgrund ihrer Arbeitskleidung eher nicht in sein Beuteschema zu passen scheint... Meine Meinung: Ich habe lange nicht mehr so viel und laut bei einem Buch lachen müssen. Zeitweise wurde ich komisch von den anderen Busfahrgästen beäugt, weil ich vor mich hingekichert habe :-) Die Hauptprotagonistin war mir schon nach den ersten Sätzen sehr sympathisch. Dass die Geschichte aus ihrer Sicht als Ich-Erzählerin und die ganze Zeit im Präsens erzählt wird, macht es einem als Leser leichter in die Geschichte abzutauchen und zu denken man sei bei allem live dabei. Dies führte auch dazu, dass ich wie Mel gegen Claudia von Degenhausen schnell Antipathien hegte und der Duft von David von Degenhausen (Claudias jüngerer Bruder) in meine Nase stieg, wenn er das Zimmer betrat. Auch die Kinder der Familie von Degenhausen haben mein Herz im Sturm erobert (obgleich dies bei der Tochter ein wenig länger dauerte, da sie ihrer Mutter anfangs doch sehr im Verhalten glich). Als ich das Buch beendet hatte war ich schon ein wenig traurig, dass ich nunmehr kein Teil mehr von Mel und ihrem Leben war... Wenn ein Buch so etwas schafft, dann hat es definitiv 5 von 5 Sternen verdient! Fazit: Wer lustige Frauenbücher mag, sollte zu diesem Buch greifen und wer Autorinnen wie Sophie Kinsella, Kerstin Gier oder Anette Göttlicher mag, der sollte sich Eileen Schlüter ebenfalls merken. Ich hoffe jedenfalls, dass man bald wieder von ihr lesen wird!

