Langsamer Einstieg, danach aber ein faszinierendes Psychogramm, das einen bis zum Schluss rätseln lässt.
Die ersten 15–20 % haben sich für mich ehrlich gesagt ziemlich gezogen. Ich wusste lange nicht, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill, und hatte das Gefühl, dass mir nur einzelne Puzzleteile hingeworfen werden, ohne dass sich daraus schon ein Bild ergibt. Sobald Grace beginnt, ihre Lebensgeschichte zu erzählen, hat mich das Buch aber richtig bekommen. Besonders ihre Familiengeschichte und die Überfahrt von Irland nach Kanada fand ich unglaublich spannend. Ab diesem Punkt wollte ich wirklich wissen, wie ihre Geschichte weitergeht. Gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Briefe, Zeitungsartikel und anderen Dokumente. Dadurch wirkte die Geschichte noch authentischer, und gerade weil sie auf einem realen Kriminalfall basiert, fand ich das besonders faszinierend. Weniger überzeugt haben mich einige Nebenhandlungen. Vor allem die Geschichte rund um Dr. Simon Jordan hat mich deutlich weniger interessiert als Grace selbst. Immer wenn die Handlung von ihr weg wechselte, hatte ich das Gefühl, dass das Tempo etwas verloren geht. Das Ende fand ich gleichzeitig spannend und ein bisschen frustrierend. Ich hätte mir mehr Klarheit gewünscht, gleichzeitig macht gerade diese Offenheit einen Teil des Reizes aus. Man rätselt bis zum Schluss mit und bleibt danach noch lange bei der Frage hängen, was tatsächlich passiert ist. Insgesamt kein Highlight für mich, aber ein wirklich interessantes Buch, das mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr gefesselt hat.
































