
Japanisches Locked-Room-Murder-Mystery
Kenzo, der Sohn und Erbe der reichen Ichiyanagi-Familie, will trotz des Widerstands seiner Familie, Katsuko, die Lehrerin einer Mädchenoberschule in Okayama, heiraten. Mitten in der Hochzeitsnacht werden die Mitglieder der Familie Ichiyanagi durch Schreie geweckt. Das Hochzeitspaar wird kurz danach tot aufgefunden. Steht das Verbrechen in Zusammenhang mit dem gruseligen Fremden mit nur drei Fingern, der seit kurz vor der Hochzeit durchs Dorf streicht? Privatdetektiv Kosuke Kindaichi ermittelt. Seishi Yokomizo (1902-1981), der berühmte japanische Schriftsteller, hat mit den rätselhaften Honjin-Morden sein eigenes Locked-Room-Murder-Mystery mit etwas eigenartiger Erzählweise und vielen Einblicken in die japanische Kultur geschaffen. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive eines namenlosen Kriminalschriftstellers, der in das Dorf O. kommt, in dem sich vor Jahren das oben genannte Verbrechen ereignet hat. Mit Hilfe von Zeitzeugen und Memoiren rekonstruiert der Schriftsteller die Geschehnisse von damals für die Lerser*innen. Nachdem ich mich etwas an den eigenwilligen Erzählstil gewöhnt hatte, entspann sich eine spannende Geschichte mit einigen eigenartigen Charakteren, die am Ende zufriedenstellend aufgelöst wird. Ich war froh, dass das Buch auf den hinteren Seiten ein Glossar mit japanischen Begriffen aufwies, weil ich sonst einige Sachen nicht hätte zuordnen können. Besonders gut gefallen haben mir die wunderschönen Illustrationen von Ann-Kathrin Peuthen und ihr dazugehöriges Nachwort in dieser speziellen Ausgabe der Büchergilde Gutenberg. Übersetzt von Ursula Gräfe.

























































