
📂🪨 Gewissenhaft ohne Gewissen.
Was passiert mit Kindern, die in Gewalt erzogen werden und statt Liebe Strafe erhalten? Das und mehr demonstriert "Der Tod ist mein Beruf" von Robert Merle sehr genau. Ich hatte lange vor mir hergeschoben, dieses Buch zu lesen, aber leider wird das Thema mit jedem Jahr nur umso aktueller. Im ersten Teil des Buches wird die Kindheit Rudolf Langs dargestellt, mit einem gefühlskalten Vater, der offenbar mehr als genug eigene Probleme hat und nicht zu einer gesunden Beziehung im Stande ist. Aber das kann keine Ausrede sein für das, was der Protagonist später beruflich macht – erst Kriegsfreiwilliger, später Karriere in der NSDAP, SA und SS und schließlich Kommandant im Vernichtungslager Auschwitz. All die Gräuel beschreibt der Protagonist absurd sachlich und man möchte eigentlich durchgehend den Kopf schütteln und kann nicht begreifen, dass das Buch auf realen Dokumenten der Nürnberger Prozesse und persönlichen Notizen beruht. Wie ist es möglich, dass jemand so sehr dissoziiert und Menschen nur noch als "Einheiten" wahrnimmt? Für mich nicht greifbar. Dennoch ein wichtiges Buch gegen das Vergessen.







