Erschreckend realistisch
Hartmut Palmer hat mit seinem Roman "Reich der Lügen" ein beängstigend realistisches Werk verfasst. Bereits im Vorwort erwähnt er, dass sein Roman einen politisch-historischen Hintergrund hat und Ähnlichkeiten mit einigen lebenden Personen keineswegs zufällig, sondern beabsichtigt sind. Der Journalist Kurt Zink trifft in einem Café auf den pensionierten Polizisten Siegfried Iserlohe. Dieser bricht nach einem Telefonat die >Unterhaltung mit ihm ab und vergisst beim Verlassen des Tisches seine Brieftasche. Zink nimmt sie an sich und hinterlässt seine Telefonnummer im Lokal. Schon kurz danach versuchen merkwürdige Gestalten, die Brieftasche in ihren Besitz zu bekommen. Siegfried Iserlohe wird kurz danach ermordet aufgefunden. Was wusste er? Steckt die Allianz für Deutschland hinter allem? In der Brieftasche findet Zink Hinweise... Hartmut Palmer versteht es sehr gut, die Lesenden in seinen Bann zu ziehen. Die Namen und Umschreibungen sind so gut gewählt, dass Parallelen sofort ins Auge springen. Hier empfehle ich allen Lesenden, unbedingt auch das Nachwort zu lesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, die gekonnte Einbeziehung realer Personen durch Umschreibungen sehr gelungen. Der Roman liest sich wie ein Krimi, aber es ist keiner. Er hat auch kein richtiges Ende, da sich Geschichte nicht voraussagen lässt. Wie es weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Der Roman hat mir nicht nur einmal die Nackenhaare aufgestellt. Ich kann ihn auf jeden Fall weiter empfehlen, darüber nachdenken ist unausweichlich!
