Kurzbeschreibung: Würdest du dein Leben aufgeben, um das eines anderen zu übernehmen? Leila hat Tess nie zuvor getroffen. Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst. Tess hat Leila nie zuvor getroffen. Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will, muss sie Leila ihr Leben anvertrauen. Zu Beginn ist es leicht für Leila, sich online als Tess auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel. Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten? Okay, nehmen wir uns einmal dieses hypothetische Dilemma vor: Eine Frau leidet an einer Krankheit, die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist, aber ihre Lebensqualität stark einschränkt und auch nicht heilbar ist. Nach reiflicher Überlegung kommt sie zu dem Schluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aber sie weiß, dass sie damit ihrer Familie und ihren Freunden großen Kummer bereiten würde und handelt daher nicht. Dennoch wünscht sie sich verzweifelt den Tod und an dieser Einstellung ändert sich auch über die Jahre nichts. Irgendwann kommt sie zu dir und sagt, ihr sei ein Weg eingefallen, wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, ohne ihre Familie und ihre Freunde unglücklich zu machen, aber dafür brauche sie deine Hilfe. Was würdest du tun? Würdest du ihr helfen? *Quelle* Zur Autorin: Lottie Moggach ist freiberufliche Journalistin, liebt ihre Heimatstadt London und hat ein Faible für das 18. Jahrhundert. In ihrer Freizeit spaziert sie am liebsten mit ihrem Sohn durch die Straßen der britischen Hauptstadt und träumt davon, in einem der georgianischen Häuser zu wohnen. Die Idee zu ihrem ersten Roman Ich bin Tess kam ihr vor einigen Jahren, als sie viel zu viel Zeit mit Facebook verbrachte. Meinung: Die junge Leila lebt seit dem Tod ihrer Mutter allein. Sie hat keine Freunde und schottet sich permanent von ihrer Außenwelt ab. Ihr Leben findet am Computer statt, sie arbeitet als Softwaretesterin und spielt Online-Games. Da sie gerne über die Welt philosophiert, meldet sie sich in dem Forum "Red Pill" an, wo sich Gleichgesinnte treffen. Dort fällt sie durch ihre Ansichten bald Adrian, dem Betreiber der Seite, auf. Dieser macht ihr schon bald ein merkwürdiges Angebot: Die 39-jährige Tess möchte freiwillig aus dem Leben scheiden und sucht jemanden, der virtuell ihr Leben weiterlebt, um ihre Freunde und ihre Familie im Glauben zu lassen, sie wäre wohlauf. Leila sagt zu, ohne sich wirklich im Klaren darüber zu sein, welche Konsequenzen das haben könnte... Durch die sich für mich interessant anhörende Thematik bin ich auf dieses Buch gestoßen. Leider konnte mich der Roman nicht ganz so begeistern, wie ich dachte. Die Protagonistin Leila ist ein sehr in sich gekehrter Charakter, der sich seit dem Tod ihrer Mutter, die an Multipler Sklerose litt, völlig einigelt und keinen weiteren Kontakt mit der Außenwelt pflegt. Ihr Leben besteht nur aus ihrem Computer, obwohl sie eine sehr schlaue junge Frau ist und klare, eindeutige Ansichten hat. Tess, die Selbstmord begehen möchte und deren Leben Leila übernehmen soll, ist das komplette Gegenteil. Sie ist flippig, nimmt kein Blatt vor den Mund, ist allem und jedem gegenüber aufgeschlossen. Diese krassen Gegensätze fallen sofort auf, wenn die beiden miteinander interagieren, denn um alles über Tess herauszufinden, verkehren sie über E-Mail und Skype. Als der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Tess "auscheckt" (so nennt sie selbst den Tag, an dem sie aus dem Leben scheidet), übernimmt Leila sämtliche Onlineaktivitäten und sogar Telefonate als Tess. Sie denkt sich komplizierte Szenarien aus, wie Tess, die angeblich ausgewandert ist und jetzt auf einer kleinen Insel lebt, ihr Leben gestaltet und somit nimmt dieses "Projekt" das ganze Leben von Leila ein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich in manchen Szenen sogar selbst als Tess sieht, denn die beiden Charaktere verschwimmen zusehends. Trotzdem kommt es, wie es kommen muss - denn diese Fassade ist auf Dauer einfach nicht aufrecht zu erhalten. Somit ist das Ende eigentlich von Beginn an klar und konnte mich nicht überraschen. Lottie Moggach gelingt es zwar, mit der Thematik des Buches zu punkten, denn man macht sich unfreiwillig beim Lesen seine Gedanken, ob dies alles moralisch vertretbar ist oder nicht. Doch waren mir viele Szenen des Romans zu zäh, langweilig und zu ausschweifend geschildert, sodass ich mich öfter überreden musste, weiterzulesen. Spannung sucht man vergebens, denn hier steht eindeutig der ethische und philosophische Aspekt des Buches im Vordergrund. Wer damit kein Problem hat, dem wird dieses Buch sicherlich gefallen. Fazit: Interessante Grundidee, die allerdings für meinen Geschmack an vielen Stellen zu zäh und langwierig behandelt wird und kein überraschendes Ende bietet. Daher ließ mich Ich bin Tess eher unzufrieden zurück.
Die Thematik von "Ich bin Tess" ist brisant und wieder einmal etwas ganz Neues. Sterbehilfe ist ja ein heiss diskutiertes Thema, doch wie sieht es mit Online-Suizid-Hilfe aus? Das Buch ist aus der ich-Perspektive von Leila erzählt, es ist eigentlich ihr Bericht über dieses gewagte Projekt 'Tess'. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, lebt sie total abgeschottet in einer winzigen Wohnung und verbringt die meiste Zeit an ihrem Laptop. Facebook und seinen dubiosen Statusmeldungen steht sie eher kritisch gegenüber, dafür zockt sie umso lieber Onlinespiele. Dann stösst sie auf das Internetforum "Red Pill", in dem über Gott und die Welt debattiert und philosophiert wird. Schnell wird einem klar, dass Leila sehr intelligent ist und das bleibt auch dem Administrator der Seite nicht verborgen und bald wird sie in einen inneren Kreis aufgenommen und sogar zu einem Treffen eingeladen. Da Leila sehr fasziniert ist von Adrian, geht sie darauf ein. Den beiden geh der Gesprächsstoff nicht aus, doch plötzlich rückt Adrian mit seinem eigentlichen Anliegen heraus: Er möchte, dass Leily Tess hilft. Diese wollte schon lang Suizid begehen, möchte aber Freunde und Familie nicht traurig zurück lassen. Aus diesem Grund soll Leila virtuell ihr Leben übernehmen. Nur kurz stellt sich für Leila die Frage, ob sie dieses doch sehr gewagte Projekt übernehmen soll, doch sie ist der Meinung, dass jeder das Recht über die Bestimmung seines eigenen Lebens hat und somit auch über den eigenen Tod. Somit beginnt für Leila eine langwierige Recherchearbeit und für mich als Leser ein doch recht zäher Teil, durch den ich mich stellenweise durchbeissen musste. Leila muss nämlich Tess ganz genau kennnlernen. Wer sie ist, wie sie agiert, reagiert, denkt und schreibt. Tess ist das totale Gegenteil von ihr. Sie ist offen, bunt, laut ..... aber eben auch manisch-depressiv, was auch der Grund für diesen Ausstieg aus dem Leben ist. Leila hat ein detailliertes Leben für Tess entworfen und nach deren Auschecken übernimmt sie alle Kontakte von ihr. Da sich ihr Leben fast ausschliesslich vor dem Bildschirm sitzt, wächst sie immer mehr in Tess' Rolle hinein und langsam aber sicher vermischen sich ihre beiden Identitäten. Doch es kommt wie es kommen muss: Ihre hart erarbeitete Fassade bekommt zuerst nur kleine Risse und beginnt dann zu bröckeln .... Und an dieser Stelle nimmt die Geschichte an Fahrt auf und konnte mich im letzten Drittel doch noch faszinieren. Fazit: "Ich bin Tess" tischt einem ein äusserst schwieriges Thema auf, das die meisten von uns bestimmt moralisch nicht unterstützen könnten. Umso interessanter ist die Thematik. Leider konnte mich Lottie Moggach erst im letzten Drittel des Buches packen, zuvor musste ich mich durch eine doch recht zähe Kennenlern- und Recherchephase arbeiten.
Tess ist 38 Jahre alt und manisch depressiv. Sie will einfach nicht mehr leben und sieht keinen Sinn darin weiterzumachen. Das einzige was sie am Leben hält ist der Schmerz, den sie ihrer Familie zufügen würde. Tess ist eine sehr flatterhafte Persönlichkeit, was sich durch ihre bipolare Störung erklären lässt. Sie hat durch die Medikamente außerdem starke Gedächtnisprobleme. Und sie hat ständig wechselnde Partner, weil sie es nie lange an einem Ort aushält. " Ich sehe einfach keinen Sinn darin, immer und immer wieder dasselbe durchzuexerzieren, immer unsichtbarer zu werden, schlafen zu gehen und dabei ununterbrochen meinen eigenen Instinkt infrage zu stellen, mich entweder nur halb lebendig oder völlig außer Kontrolle zu fühlen. Ich will einfach nicht mehr." (Zitat Seite 75 - Auszug aus Tess´Email an Leila) "Es gibt keine Hoffnung, dass ich je von mir selbst geheilt werden könnte." (Zitat Seite 105) Leila ist als sie auf Tess trifft gerade mal 23 Jahre alt. Sie lebt wie ein Einsiedler in einer kleinen schäbigen Wohnung über einem Restaurant. Ihr Mutter ist an MS gestorben und sie hat auch sonst keine wirklichen Kontakte zur Außenwelt. Sie führt Softwaretests für ein Onlineportal durch und das auch noch von zu Hause aus. Sie geht eigentlich nur zum Einkaufen weg. Da stößt sie auf das Internetportal "Red Pill", auf dem über allerlei tiefgründige Fragen zum Leben und zur Moral diskutiert wird. Der Name des Portals stammt aus Matrix, wo die Leute die eine rote Pille nehmen die Augen geöffnet bekommen, während diejenigen die die blaue Pille nehmen alles vergessen und so weiterleben wie bisher. Dort lernt Leila den Betreiber Adrian kennen, weil er einige Beiträge von ihr so toll fand. Er macht ihr bald den Vorschlag für Tess ihr Leben online weiterzuführen, damit ihre Familie nicht trauert. Nach einem halben Jahr soll sie langsam alle Kontakte einschlafen lassen, damit niemand Tess vermisst. Leila nimmt zu Tess Kontakt auf um alles über ihr Leben zu erfahren. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Doch kann Leila Tess vertreten, ohne dass jemand Verdacht schöpft? Wann fliegt eine solche Lüge auf? Ich habe fasziniert beobachtet, wie Leila immer mehr in der Rolle als Tess aufgeht. Da sie selbst kein eigenes Leben hatte, stürzt sie sich mit einem Eifer in ihr neues Leben, der zeigt wie einsam sie eigentlich ist und wie gern sie ein wenig mehr wie Tess wäre. Die Tatsache, dass sie sich präzise Aufzeichnungen gemacht hat und sogar einen Zeitstrahl anfertigt über Tess´Leben sagt viel über die Ernsthaftigkeit aus mit der Leila ihre Aufgabe angeht. Leila tut mir in gewisser Weise auch leid. Sie weiß nicht wie es ist einen großen Freundeskreis zu haben und sie empfindet es auch nicht als falsch was sie tut. Sie sagt sie ist für die Selbstbestimmung und somit auch für die freie Entscheidung, wenn man vorzeitig aus dem Leben scheiden will. Diese Geschichte ist keine Lektüre für zwischendurch. Man lernt jedes Ereignis in Tess und Leilas Leben kennen und das Buch ist so voll an Informationen, dass man immer mal innehalten muss um sich alles merken zu können. Durch diese Fülle an Informationen ist das Buch leider auch stellenweise recht langatmig, weil seitenweise nichts anderes passiert als die Füllung der Biografie für Leilas Akten. Die Thematik bringt einen dennoch zum Nachdenken. Nicht nur darüber ob Leilas Handeln richtig ist, sondern auch darüber wie sehr unser Leben digitalisiert ist und wie einfach es ist jemanden auswandern zu lassen, um dann via Facebook zu simulieren, dass diese Person noch lebt. Der Gedanke ist wirklich erschreckend, aber es würde wohl bei vielen privaten Kontakten funktionieren, weil viele heutzutage nach dem Motto: "aus den Augen aus dem Sinn" leben. Es würde wohl bei fast allen Kontakten funktionieren und nur wirklich enge Freunde und Familie würden bemerken dass etwas nicht stimmt. Ich würde das Buch denjenigen empfehlen, die nach einer tiefgründigen und umfangreichen Geschichte suchen. Wer jedoch eine actionreiche Geschichte sucht wäre mit dem Buch nicht gut beraten. Es handelt sich hier um eine moralisch tiefgründige Geschichte, die mich wohl noch eine Weile verfolgen wird. Meines Erachtens nach gibt es einfach viel zum Nachdenken nach dem Lesen. Gestört haben mich nur die langatmigen Stellen, weil ich alle Informationen über Tess und Leila gar nicht wirklich abspeichern konnte in diesem Umfang.
Erster Satz: Es war Freitagabend und das Projekt lief seit ungefähr neun Wochen. Meine Meinung: Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da die meisten Leute unserer Generation ja Facebook oder andere Social Media Nutzer sind. ;) Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie ich das Buch finde, deswegen gibt es auch 3 Sterne. Es gefiel mir einerseits recht gut, aber andererseits .. ich weiß nicht. Alles total waaaah. :D Der Schreibstil hat mir gut gefallen, jedoch hat die Autorin sehr, sehr viele Details in die Geschichte gepackt, sodass das Buch teilweise seine Längen hatte. Es beginnt ziemlich vielversprechend, geht weiter mit der Infosammlung - was teilweise doch langweilig wurde, da viele Details so sinnlos und nicht weiter von Belang waren (arg Berichtemäßig halt), geht weiter mit Leilas neuer Obsession und zum Ende hin wird es wieder spannend. Ich brauchte auch eine kleine Weile bis ich in das Buch reinkam, da es doch etwas verwirrend war. Es beginnt mit einem Gespräch zwischen Tess und Leila. Nun kommt direkt schon eine sehr verworrene Sache - ich hatte den Namen Leila gar nicht auf dem Schirm, da er vielleicht 2-3 mal im Buch erwähnt wird. Und das obwohl sie die Hauptprotagonistin ist. :D Aber eben dadurch hat Frau Moggach es fantastisch geschafft den Übergang zwischen Leila und Tess verschwimmen zu lassen, bis man teilweise meinen konnte, Leila IST Tess. Das gefiel mir auch wirklich am besten und es hat Spaß gemacht die Verwandlung zu beobachten. Leila ist eigentlich eine der unscheinbarsten Personen überhaupt - sie hat keine Freunde, keine Familie und sitzt den ganzen Tag am PC. Tess ist dagegen das komplette Gegenteil - sie hat viele Freunde, ist verrückt und wild und lebt für verrückte Aktionen. Und hier unterscheiden sich auch schon meine Gefühle für die beiden, ich konnte keine Sympathie zu Leila aufbauen. Sie ist besserwisserisch, verurteilt Leute nach ihren Vorlieben und denkt nur ihre Meinung ist die einzig richtige. Genauso wie sie sich, meiner Meinung nach, von Adrian - dem Besitzer Leila's Lieblingswebsite, hat einlullen lassen und sich oft seine Denkweise angeeignet hat. Übrigens fand ich Adrian mega gruselig! Urgh! Zurück zu Leila, ich fand die oben bereits genannte Obsession (sorry falls es die falsche Wortwahl ist, aber ich möchte nicht spoilern :D) ziemlich anstrengend. Man konnte sich sowieso von Anfang an denken, dass es nicht in ihrem Sinne enden wird. Zu dem Ausgang des Buches kann ich nur sagen, dass man ihn entweder mag oder nicht, mein Fall war er jedoch nicht, da mir das alles zu offen war. Ich will meine Enden - egal ob schöne oder traurige!!



