7. Okt.
Bewertung:4

Thüringen mal nicht als Touristenhochburg und Wandererparadies. Sondern als das, was es wirklich ist. Eine Ansammlung von Menschen, von denen es einige eben nicht immer und überall ehrlich meinen. – Ein Exkurs in die tiefe Geschichte und in neuere Zeiten.

Interessant war das Buch in jedem Fall und ich vermute mal, dass auch die Recherche nicht immer einfach war. Es werden die verschiedensten Kriminalfälle behandelt, welche sicherlich nicht vollständig sind, aber ein Abbild dessen darstellen, zu welchen Zeiten sich die Menschen mit welcher Form von Kriminalität herumgeschlagen haben. Wir haben hier Hexenprozesse, Fälle von Mord, Entführungen, Neid und Missgunst. Interessant wurde es, als auch wirklich die bekannte Prügelei von Bach auf dem Marktplatz von Weimar behandelt wurde oder in der neueren Zeit es um Raubkunst durch die Besatzer ging oder dann eben um Einbrüche in Museen, wo wirklich nur die hochwertigsten Gemälde gestohlen wurden. Das Ding mit der NSU habe ich ja seinerzeit schon halbwegs bewusst mitbekommen, als die „Gangmitglieder“ von Beate Tschäbe hierzulande verfolgt haben und dann aus einem brennenden Wohnmobil gezogen haben. Der Schreibstil ist, gerade bei den älteren Fällen, etwas eigenartig. Das liegt aber ganz einfach daran, dass er Verhandlungsmitschriften oder eben auch Verhörprotokolle mit abgedruckt hat. Diese Auszüge aus den alten Akten sind sehr gut deutlich gemacht, sprachlich aber so gehalten, wie es damals eben war. – Interessant, aber aus heutiger sich ziemlich kompliziert zu lesen. In jedem Fall ein interessantes Buch, für alle diejenigen, die an der Geschichte Thüringens interessiert sind.

Thüringen. Die Kriminalakte
Thüringen. Die Kriminalaktevon Mirko KrügerKlartext