21. Dez.
Bewertung:4

Während alle Anne Frank kennen, blieb Freddie Oversteegen lange Zeit unbekannt. Nun endlich wird auch ihre Geschichte erzählt. Denn auch diese soll bekannt werden, ist Freddie doch ein Sinnbild dafür, was Mut und Einsatzbereitschaft bringen können. Noch beide Teenager, schliessen sich Freddie und ihrer Schwester dem Widerstand an. Sie sind jung, dennoch wollen sie helfen, sich einsetzen gegen die Ungerechtigkeiten, die ihnen tagtäglich begegnen. Dabei gehen sie bis an ihre Grenzen und sogar noch weit darüber hinaus. Es ist eindrücklich und manchmal kaum begreiflich, was Freddie dabei alles auf sich nimmt. Das Buch ist ein Roman und so hat sich Geldof auch einige Freiheiten genommen. Diese werden schlussendlich aber erklärt und im Nachwort berichtet die Autorin von ihren Begegnungen mit Freddie selbst. Diese hat das Buch so unterstützt und deshalb gehen die Änderungen für mich so in Ordnung. Gerne würde ich aber nun eine "richtige" Biographie von Freddie und Truus lesen, denn ihre Leistungen finde ich stark und vor allem hat mich dieser Jugendroman stark berührt. Geldof schafft es, die Charaktere als Menschen darzustellen. Sie stellt auch Fragen danach, wie weit man für das Richtige gehen darf und wo es aufhört "richtig" zu sein. Das verleiht dem Buch sehr viel Tiefe und schürft uns als Leser auf. Deshalb denke ich auch, kann man diesen Titel hervorragend als Unterrichtsmaterial benutzen. Es ist mal etwas Neues, wenig vertaubt und bietet viel Diskussionsstoff. Mir auf jeden Fall ging "Reden ist Verrat" sehr unter die Haut.

Reden ist Verrat
Reden ist Verratvon Wilma GeldofGerstenberg Verlag