Die Story ist etwas in die Jahre gekommen. Buch wurde 2012 veröffentlicht. Das heutige Russland ist natürlich ein anders als im Buch geschrieben. An sich eine nette Geschichte über einen Journalisten und seine Reise durch Russland. Die privat Gespräche mit Personen die er auf der Reise traf, fand ich eher uninteressant. Ausschweifende Erzählungen oder Erklärungen über die Geschichte Russland fand ich hingegen gut.
Zu wenig Russland und zu viel Religion
Jens Mühling nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise durch das wenig bekannte Russland, das weit hinter Moskau liegt. In „Mein russisches Abenteuer“ schildert er persönliche Begegnungen und Erlebnisse, die ein faszinierendes Bild der russischen Gesellschaft zeichnen. Mühling begegnet einer Einsiedlerin in der Taiga, einem Mathematiker mit ungewöhnlichen Ansichten zur Geschichte und einem Priester in der Sperrzone von Tschernobyl. Diese Geschichten sind ohne Zweifel eindrucksvoll und bieten Einblicke in die vielschichtige russische Seele. Allerdings empfand ich das Buch als etwas einseitig. Die Themen Glauben und Religion stehen stark im Vordergrund, was für meinen Geschmack die Vielfalt der russischen Kultur zu sehr einschränkt. Für Leser, die an spirituellen Aspekten interessiert sind, mag das ansprechend sein, jedoch vermisste ich eine breitere Perspektive, die auch andere Facetten des Lebens in Russland beleuchtet. Insgesamt würde ich „Mein russisches Abenteuer“ als mittelmäßig bewerten. Es ist gut geschrieben und informativ, aber die starke Fokussierung auf religiöse Themen machte es für mich weniger ansprechend. Für diejenigen, die sich für die spirituellen Dimensionen Russlands interessieren, könnte das Buch jedoch lohnenswert sein.

