Enttäuschend oberflächlich
„Die Kunst des Ausruhens“ von Claudia Hammond befasst sich mit der Bedeutung von Ruhe als Selbstfürsorge in einer hektischen Welt. Das Buch basiert auf der „Rest Test“-Studie, der größten Umfrage über das Ausruhen, an der Hammond mitgearbeitet hat. Es stellt die zehn wichtigsten Aktivitäten vor, die Menschen als erholsam nennen, und untersucht, wie wir echte Erholung finden können. Von Achtsamkeit bis Lesen – die Autorin beleuchtet, was Menschen als ausruhend empfinden und wie dies auf wissenschaftlicher Basis unterstützt werden kann. Die Lektüre verspricht, den Leser auf eine wissenschaftliche Entdeckungsreise über das Ausruhen mitzunehmen, bleibt dabei jedoch enttäuschend oberflächlich. Die Grundlage des Buches, den „Rest Test“, sehe sich durchaus kritisch. Bei diesem Test wurden Personen nach einer Selbsteinschätzung zu ihren Verhaltensweisen gefragt bzw. welche Aktivitäten sie am meisten entspannen. Durch Selbsteinschätzungen sind die Ergebnisse durchweg subjektiv statt objektiv. Die Frage, ob sich die Befragten tatsächlich ausgeruht haben oder es nur als solches empfunden wurde, bleibt also unbeantwortet. Das Buch enthält zwar auch interessante Ansätze, vermeidet jedoch eine tiefergehende wissenschaftliche Analyse der vorgestellten Konzepte. Hammond thematisiert verschiedene Formen des Ausruhens, jedoch fehlt es oft an nachvollziehbaren und belastbaren Aussagen. Die einzelnen Ruheaktivitäten aus den Top 10 werden durchgekaut, aber am Ende bleibt unklar, welche konkreten Erkenntnisse daraus gezogen werden sollen. Der Schluss mit dem „perfekten Rezept für Ruhe“ wirkt verwirrend, da Ruhe und Ausruhen nicht dasselbe sind. Auch die Idee, Ausruhzeiten zu planen, erscheint in der Praxis weniger umsetzbar, besonders für Menschen, die ohnehin Schwierigkeiten haben, in einem stressigen Alltag zur Ruhe zu kommen. Für diese – zu denen ich ebenfalls gehöre – sind Hammonds Ansätze damit weitestgehend nett, aber unbrauchbar. Fazit: „Die Kunst des Ausruhens“ bietet eine oberflächliche Betrachtung des Themas, jedoch ohne tiefere wissenschaftliche Einsichten zu liefern (bei einer an eine Studie angedockte Lektüre eigentlich ein Wunder..). Der lockere Sprachstil und einige nützliche Tipps machen es zu einer leichten Lektüre, doch wer fundierte Erkenntnisse und neue Perspektiven erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch bleibt mehr Unterhaltung als Wissenschaft. Ich habe es nach mehreren Monaten Kampf irgendwann abgebrochen. ⭐️⭐️



