Fesselnd mit kleinen Schwächen zum Schluss
“Gefährliche Verbundenheit” von Anna Lisa Jaensch hat mich insgesamt sehr gut unterhalten. Die Mischung aus düsterem Thriller, emotionaler Tiefe und einer spannungsgeladenen Liebesgeschichte ist wirklich gelungen. Besonders die Beziehung zwischen Jess und Ana hat mich berührt. Sie ist intensiv, komplex , aber auch ab und an ein Hauch von Überdramatik Die düstere Atmosphäre, die bedrückenden Themen rund um Experimente an Menschen und der unterschwellige Horror sorgen für ein durchgehend hohes Spannungsniveau , der leider in der Mitte etwas auf der Strecke bleibt und erst am Ende wieder etwas Fahrt aufnimmt. Der Schreibstil ist packend, die Kapitel angenehm kurz und abwechslungsreich, wodurch man sehr schnell durch das Buch fliegt. Was mich allerdings etwas enttäuscht hat, war das Finale. Nach einem soliden Mittelteil und Spannung am Ende hätte ich mir für das „Finale“ mehr Spannung und ein runderes Ende gewünscht. Stattdessen endet das Buch mit einem offenen Cliffhanger, der für mich etwas zu plötzlich kam. Ich verstehe, dass damit Neugier auf den zweiten Band geweckt werden soll – aber mir persönlich fehlte der große Spannungsmoment zum Schluss, der das Buch komplett gemacht hätte. Trotzdem: Ein empfehlenswerter Auftakt, besonders für Leser*innen, die düstere Romantik mit Thriller-Elementen mögen. Ich freue mich auf die Fortsetzung , natürlich in der Hoffnung, dass sie das aufgreift, was mir hier am Ende gefehlt hat.



