16. Aug.
Bewertung:3

Zwei Österreicher, die sich im November des Jahres 1594 ihrer Arbeit wegen in Prag aufhalten, werden in eine Mordermittlung verwickelt. Alles scheint sich um einen Bezoar, einen Stein mit besonderen Kräften, zu drehen. Hier trifft das Vertrauen in Alchemie auf wissenschaftliche Methoden, um den Täter zu enttarnen. „‚Welch ein Glück‘, dachte der junge Salzamtsgegenschreiber bei sich, ,dass es die Lingua Latina gibt, die alle Gebildeten lesen und sprechen, und die es einem, egal aus welchem Land Europas man kommt, ermöglicht, sich trotz verschiedener Muttersprachen ohne Dolmetscher miteinander zu unterhalten.‘“ Mein Hadern mit diesem Roman betrifft die Sprache. Die häufige Verwendung des Wortes „trotzdem“ als Konjunktion empfand ich als besonders störend. Zudem fehlten mir Erklärungen für spezifische Funktionsbezeichnungen der Figuren für das Verständnis ihrer Aufgaben. Gut gefallen hat mir hingegen, wie eine mystische Atmosphäre geschaffen wurde. Ich konnte mit der Hauptfigur mitfiebern, da sie sympathisch dargestellt wurde und nicht sicher sein konnte, wem zu trauen war. Die Auflösung des Kriminalfalls war noch dazu so komplex, dass es bis zum Ende spannend blieb.

Der Bezoar
Der Bezoarvon Michaela VocelkaCarl Ueberreuter Verlag
8. Aug.
Bewertung:4

Auf seiner Reise zum Hof Rudolf ll stößt der junge Salinenbeamte Matthias Gaiswinkler auf eine Leiche. Der Mann ist unbekannt und wurde Opfer eines Verbrechens. Bei der späteren Befragung macht Gaiswinkler ein paar schlaue Beobachtungen, sodass der Obersthofmeister des Kaiser beschließt, Gaiswinkler mit der Aufklärung des Mordes betraut zu machen. Die Spur führt ihn zu 3 Verdächtigen, darunter auch ein Alchemist, doch alle 3 schweigen oder bestreiten gar, das Opfer gekannt zu haben. Als Hinweise nach Konstantinopel führen und auf einen geheimnisvollen Bezoar aufmerksam machen, wendet sich das Blatt. Es kommt zu einem weiteren Mord. Der Prolog beginnt bereits mit dem Mord und liefert einen guten Einstieg in die Geschichte. Während anfangs nur wenig zur Leiche und zum Motiv bekannt ist, kommen mit jedem Abschnitt immer weitere Puzzleteile hinzu. Die Kombination aus Krimi und historischem Roman hat mir sehr gut gefallen und ich konnte interessantes Wissen über die Alchemie, Prag und das 16.Jahrhundert kennenlernen. Der Schreibstil ist bildhaft und lebendig, die Sprache an das Zeitalter angepasst. Auf letzteres muss man sich ein wenig einstellen. Anfangs war das für mich noch etwas anstrengend, aber ich kam schnell rein und hatte keine Probleme mehr. Die Charaktere sind interessant, teils sehr gebildet und vielschichtig. Während der gesamten Geschichte habe ich mit Gaiswinkler versucht, den Täter ausfindig zumachen und wurde oft geschickt in die falsche Richtung gelenkt. Das Ende kam sehr überraschend und war im Nachhinein nachvollziehbar, für mich aber nicht ganz so zufriedenstellend. Dennoch ein gelungener Roman, der mich durchweg unterhalten und auf Spannung gehalten hat. Dass die Geschichte von 2 Autoren geschrieben wurde, ist mir beim Lesen nicht aufgefallen. Ein interessanter Krimi aus Fiktion und historischem Wissen. Am Ende gibt es noch ein Glossar sowie ein Nachwort, was man unbedingt lesen sollte.

Der Bezoar
Der Bezoarvon Michaela VocelkaCarl Ueberreuter Verlag