Ägyptisches Märchen auf Sparflamme
Okay, ich muss das einfach loswerden: Ich wollte Die Prophezeiung wirklich lieben. Wirklich. Altägyptische Götter. Mumien. Ein toter Pharao. Dunkle Prophezeiungen. Das klingt nach genau der Art von mystischer, gefährlicher Story, die einen komplett verschlingt. Aber irgendwo zwischen „Das wird episch!“ und „Warum rennt ihr eigentlich schon wieder weg?“ hat mich das Buch leider verloren. 🖤 Aton hätte so ein starker Hauptcharakter sein können — und manchmal ist er das auch. Doch im nächsten Moment trifft er Entscheidungen, bei denen ich einfach nur frustriert die Augen verdreht habe. Statt tief in die Geheimnisse der alten Mächte einzutauchen, bekommt man oft eher eine endlose Run-and-Hide-Story serviert. Die wirklich spannenden Mysterien werden nur angerissen, verschwinden wieder im Sand der Handlung und hinterlassen dieses Gefühl von: Da hätte so viel mehr drin gesteckt. Und das tut fast weh, weil Wolfgang Hohlbein für mich eigentlich magische Welten erschaffen hat. Bücher wie Märchenmond oder Verderben – Kinder des Zorns haben gezeigt, wie atmosphärisch, düster und packend seine Geschichten sein können. Deshalb hatte ich hier vielleicht auch einfach zu hohe Erwartungen. Was das Hörbuch allerdings rettet? Ganz klar Robert Frank. Seine Stimme trägt die Stimmung unglaublich gut und macht selbst ruhigere Szenen noch angenehm hörbar. Ich habe das Buch tatsächlich gelesen und parallel gehört — einfach, weil ich seine Interpretation erleben wollte. Und ehrlich? Er macht einen großartigen Job. Nur leider kann selbst die beste Stimme keine Story verändern, die mich emotional nicht richtig packt. Trotzdem: Ich gebe Hohlbein nicht auf. Dafür liebe ich seine anderen Werke zu sehr. Vielleicht wartet irgendwo in meinem Bücherregal schon das nächste Highlight auf mich.


