Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Ich glaube ja schon lange daran, dass bestimmte Traumata von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dieser sogenannte "rote Faden", der weit mehr als nur die Mitglieder der eigenen Familie miteinander verbindet. Das Wissen darüber, dass wir Traumata in uns tragen (nicht nur unsere eigenen, sondern auch die Traumata anderer) und uns bewusst mit ihnen auseinandersetzen, halte ich persönlich für immens wichtig, um auch die uns nachfolgenden Generationen so gut wie möglich schützen und vor Leid bewahren zu können. Wie oft sehe ich unglückliche Kinder, die im Grunde nur deshalb unglücklich sind, weil ihre Eltern es ebenfalls sind. Kinder wollen sie ja gefühlt alle, obwohl es Einigen von ihnen schlichtweg an der mentalen Stabilität und Reife fehlt, sich überhaupt um ein Kind kümmern zu können. Das macht mich jedes Mal so unglaublich wütend!! Du kannst nicht einen lieblosen Vater gehabt haben und dir trotzdem denken: "Hey, ich bringe Kinder zur Welt. Weil, das macht man halt so, man lebt nur einmal, man muss das Leben voll auskosten", und so weiter und so fort.. Du kannst nicht einen alkoholkranken Vater gehabt haben und trotzdem Kinder zeugen, nur weil deine Frau das so will! Du solltest kein zweites oder drittes Kind zur Welt bringen, nur weil du dir denkst: "Das kann doch jetzt nicht alles in meinem Leben gewesen sein!" Kinder zu bekommen entsteht aus einem egoistischen Bedürfnis heraus, denn du kannst dein ungeborenes Kind ja schließlich nicht fragen, ob es trotz der gegebenen Umstände auf die Welt kommen will oder nicht. Aber wenn du schon so egoistisch sein musst, dann sorge bitte auch dafür, dass es deinem Kind in allen Belangen seines oder ihres Lebens gut geht!! Huiii, man merkt, das Buch war in vielerlei Hinsicht, emotional herausfordernd für mich, nicht nur in Bezug auf das "Kinder-Thema".. Ich habe beispielsweise auch verstanden, dass mein "inneres Kind" in genau dem Zeitraum steckengeblieben ist, andem es tief verletzt wurde. Dass ich in Folge dessen stark an diesem verletzten Selbst festhalte und im Grunde kein anderes Selbstbild zulasse. Das hat mich gleichermaßen traurig gemacht, mich mir Selbst aber auch wieder ein Stück weit näher gebracht, weil es so Vieles erklärt, für das ich bislang keine Erklärung gefunden habe. Genau aus diesem Grund habe ich mich (fast schon rein instinktiv) relativ früh dafür entschieden, keine eigenen Kinder bekommen zu wollen. Ich bin mittlerweile ü40 und trotzdem nach wie vor damit beschäftigt, bestimmte Traumata abzuarbeiten und zu versuchen mich selbst zu heilen. Insofern wäre ich die falsche Person wenn es darum geht, sich um einen kleinen Menschen zu kümmern. Punkt. Um mal etwas sachlicher zu werden, ich fand das Buch sehr gut. Es zeigt auf, wie wichtig es ist, den Menschen als Ganzes zu betrachten. Denn er besteht aus Körper, Geist und Seele. Eine Tatsache die im Bereich der Schulmedizin bis heute nicht berücksichtigt wird. Dabei dürfte mittlerweile bekannt sein, dass sich eine Erkrankung des Darms beispielsweise auch negativ auf die mentale Gesundheit auswirken kann und umgekehrt. Den Begriff "Darmflora" habe ich von meinen diversen Hausärzten bis zum heutigen Tag nicht gehört.. Zur Behandlung des Geistes empfiehlt Mariel Buqué regelmäßig zu meditieren und führt hier auch einige Meditationstechniken wie beispielsweise die Klangschalen-Therapie auf. Dieses Themenfeld hat mich nicht so sehr angesprochen, weil ich meine eigenen Mittel und Wege habe, mich zu erden, zu reflektieren oder in mich zu gehen. Selbst Lesen ist für mich eine Art der Meditation. Bei anderen Themen wiederum hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht, aber das hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt, wenn man bedenkt, wie individuell, vielseitig, komplex und breit gefächert das Thema "Traumata" ist. Abgesehen davon war das Buch aber eine Art Offenbarung für mich, aus dem ich sehr viel mitnehmen konnte. Uneingeschränkte Leseempfehlung von meiner Seite!







