3. Apr.
Bewertung:4.5

Bis auf ganz wenige Kleinigkeiten ein rundum gelungener Roman, packendes Debut vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges im Allgemeinen und der Deutschland-UdSSR-Problematik im Speziellen - inklusiver einer dramatischen, aber authentisch anmutenden Liebesgeschichte und starken Auftritten für den Glauben. Habe oft die Luft angehalten und mit Tränen in den Augen mitgefiebert. Gewürzt mit tollen Statements und Botschaften, phasenweise kein leichter Stoff.

Anfang einer neuen Zeit
Anfang einer neuen Zeitvon Tabea RompfHänssler
9. Nov.
Bewertung:4

Dieser Debütroman erzählt schonungslos ehrlich und sehr bildhaft über die Abläufe Ende des 2.Weltkrieges und wie die Deutschen vor der Roten Armee fliehen. Die junge Emma Hoffmann erlebt viel grausames in dieser Zeit, was sowohl körperlich als auch seelisch viele Narben hinterlässt. Nicht nur der Verlust geliebter Menschen, nein auch das Thema Vergewaltigung, Machtmissbrauch, Gefangenschaft und Christenverfolgung sind ernste Themen, die zwar emotional aber auch erträglich erzählt werden. Während ihrer Gefangenschaft begegnet sie Oberst Ajoscha Iwanow, der zerrissen ist zwischen seiner christlichen Überzeugung und seiner Tätigkeit, denn in seiner Heimat werden Christen gnadenlos verfolgt. Während Emma durch das Erlebte und die Grausamkeit des Krieges an der Existenz eines liebevollen Gottes zweifelt, steht für Ajoscha fest, dass Gott die Dinge immer zum Guten lenkt. Seine Überzeugung, sein felsenfester Glaube trotz aller Gefahren und dem, was auch ihm zustößt, haben mich sehr beeindruckt und die Art, wie er darüber erzählt, wie liebevoll seine Gebete sind und wie gelebter, ungezwungener Glaube Einfluss auf die Ansicht anderer hat, fand ich interessant herausgearbeitet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit Emma warm werden konnte. Doch wenn man all die Geschehnisse und deren Auswirkungen mitverfolgt, ihre Ängste, Verwirrung und Unsicherheit spürt, dann kann man nachvollziehen, was das mit einem Menschen anstellt und man eine Art Schutzmauer zieht, besonders als Frau, die vielem hilflos ausgeliefert war. Dieser Roman hat mich aufgewühlt und innerlich einige Male wirklich zerrissen. Man spürt diese Verzweiflung, diese inneren Konflikte, verbunden mit dem Greifen nach dem kleinsten Hoffnungsschimmer, der in jeder Sekunde wegzufliegen scheint. Sowohl Emma als auch Ajoscha sind beide auf ihre Weise sehr ausdrucksstark und überzeugend beschrieben, ebenso wie die Nebencharaktere, die auf ihre Weise der Geschichte die nötige Tiefe, Spannung und Emotion gebracht haben. Diese Mischung aus zarter Romanze, historischer Geschichte und dem Vermitteln christlicher Werte zusammen mit der großen Frage, wie weit Vergebung reicht und wie umfangreich Gottes Liebe ist hat mich wirklich sehr berührt. Es gibt so wunderschöne Beispiele und Merksätze, wie das verdeutlicht wird, wie wir Vertrauen zu Gott fassen und aufbauen können, trotz dem schlimmsten Leid, das einem widerfahren mag und obwohl das Leben oft nicht stabil verläuft. Fazit: Ein nachdenklich stimmendes Buch mit emotionalem Feuerwerk, gefühlvoll, mitreißend und packend, das man gerne in Erinnerung behält, weil es auf eindrucksvolle Weise zeigt, zu was Gottes Liebe und Barmherzigkeit imstande ist und gebrochene Seelen heilen kann, wenn man es zulässt. Einen kleinen Sternabzug vergebe ich für die leider doch etwas vielen Rechtschreibfehler.

Anfang einer neuen Zeit
Anfang einer neuen Zeitvon Tabea RompfHänssler
28. Apr.
Bewertung:5

Wo man meint Gott ist nicht da - gerade dann ist er einem näher als gedacht…

Wow. Ich bin geflasht von diesem Debütroman. Tabea ist es gelungen, ein spannendes Buch mit leicht lesbarem und flüssigem Schreibstil zu schreiben. Einmal mit dem Lesen begonnen konnte ich es kaum aus der Hand legen. Von Teil eins bis Teil fünf bleibt es spannend und treibt bei der einen oder anderen beschriebenen Situation auch Tränen in die Augen. Emma ist eine junge Deutsche und auf der Flucht. Sie hat ihre gesamte Familie an den Krieg verloren. Aufopfernd kümmert sie sich um ihre Mit-Flüchtende 8-Jährige Eva, die sie seit ihrer Heimatstadt Königsberg in ihre Obhut nahm. Auf der der Flucht widerfährt ihr viel Leid, dementsprechend ist sie traumatisiert. Hinzu kommt, dass sie in russische Gefangenschaft gerät und dabei hat sie einen tiefen Hass allen Russen gegenüber. Ajoscha ist ein russischer Oberst, er wird als ein Mann beschrieben mit einer harten Schale, aber einem weichen Kern. Er ist derjenige, der Emma in Gefangenschaft nimmt, sie nach Russland bringt und dort aus Zweckgründen ehelicht. Trotz seiner Militärzugehörigkeit ist er Christ und lebt seinen Glauben im Verborgenen aus. Es ist bewundernswert, wie gut alle Gespräche um den Glauben an Gott in dieses Buch hineingearbeitet wurden. So selbstverständlich, ohne dabei missionierend oder aufdringlich zu sein. Als Leserin spürte ich die Liebe der Autorin zu Gott heraus. Ich kann es jedem/jeder empfehlen, der/die ein spannendes, tiefgehendes Buch über den Glauben an Gott lesen möchte. An dieser Stelle eine Triggerwarnung: der Zeit entsprechend, in der das Buch spielt, werden hier Themen wie Vergewaltigung und deren Folgen sowie Machtmissbrauch Frauen gegenüber angeschnitten.

Anfang einer neuen Zeit
Anfang einer neuen Zeitvon Tabea RompfHänssler