
Im kämpferischen Spektakel stark, erzählerisch aber weiterhin flach
🔥 Action satt, aber wieder wenig Substanz Als ich nach dem enttäuschenden Erlebnis mit Band 4 erneut zu Band 5 gegriffen habe, hatte ich gehofft, dass endlich etwas Tiefe in die Geschichte und Origin selbst käme. Doch was ich wieder bekam, war vor allem eines: mehr Action. Und so viel davon, dass fast alles andere in den Hintergrund rückt – genau wie zuvor. Schon im Einstieg wusste dieser Band wieder mit seiner Brutalität und seinen spektakulären Kämpfen zu überzeugen: Origin schmeißt sich in schwer gepanzerter Exo-Muscle-Rüstung gegen ganze Horden identischer GON-Klone, während die Lage rund um das Kyoto A.I. Institute immer weiter eskaliert. Die Visuals sind wie gewohnt bombastisch inszeniert – dynamisch, detailliert, roh. Aber genau hier liegt mein Dilemma: Trotz all der technischen Finesse und des hohen Tempos gelingt es mir erneut nicht, wirklich in die Welt einzutauchen. Die Atmosphäre bleibt kühl und distanziert; die Sci-Fi-Elemente sind faszinierend, aber sie fühlen sich weiterhin eher wie ein Schauplatz für Explosionen als wie ein glaubhaftes Universum an, in dem ich wirklich mit Origin mitfühle. Oft habe ich den Eindruck, ich beobachte alles nur von außen, ohne emotional wirklich eingebunden zu werden – ähnlich wie schon bei Band 4. Zentrale Elemente wie Gewalt und dramatische Einsätze stehen wieder im Vordergrund, während innere Konflikte und Figurenentwicklung eher am Rande bleiben. Origin kämpft, er siegt oder flieht – aber was das alles mit seinem inneren Wandel oder seinem Verständnis von „Schutz“ bedeutet, bleibt für mich diffus und oft oberflächlich. Das Ende setzt den Trend fort: Es bereitet weitere Auseinandersetzungen vor, verschiebt Machtverhältnisse und wirft neue Fragen auf, aber ein wirklich befriedigender narrativer Abschluss ist das nicht. Was hängen bleibt, ist vor allem das Bild eines gut gearbeiteten Sci-Fi-Action-Produkts – emotional berührt es mich allerdings kaum.
