
Dieses Buch ist mal wieder ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Selfpublisher-Werke komplett mit großen Autoren und Verlagen mithalten können! In »Josephines Albtraum« hat Josephine ein kleines Stalker-Problem, und zwar der übernatürlichen Sorte! Der Schattenmann verfolgt sie. Zunächst nur in ihren Träumen, doch schon bald erscheint er ihr am helllichten Tag. Schließlich kommt es, wie es kommen muss, und sie findet sich im Reich des Schattenmanns wieder, und dort ist es alles andere als kuschelig und gemütlich. In meiner Zeit als Germanistikstudentin hätte ich eine wahre Freude an diesem Werk gehabt (hatte ich jetzt auch! 😄), weil es soooo viel Raum für Analyse und Interpretation liefert. I‘m hyped! 🥰 Ich sag’s wie es ist: »Josephines Albtraum« ist nichts für Leute, die beim Lesen gerne Blümchen pflücken. Das Ding ist düster. So richtig. Man hat einerseits die aktuelle Story mit verschiedenen Perspektiven – was super ist, weil man so nicht nur in einem Kopf gefangen ist – und dann schieben sich immer wieder diese Tagebucheinträge aus der Vergangenheit dazwischen. Das ist wie eine schleichende Vergiftung: Man erfährt Stück für Stück, wie das Ganze überhaupt so eskalieren konnte; ein bisschen wie beim Puzzeln, nur dass das Bild am Ende wahrscheinlich niemanden glücklich macht, weil es eben verdammt düster ist. Die Charaktere sind dabei angenehm unterschiedlich – da ist niemand einfach nur die Kopie vom anderen, jeder hat seinen eigenen Knall oder sein eigenes Päckchen zu tragen. Normalerweise gibt es bei solchen Büchern immer diesen einen Durchhänger in der Mitte, wo man sich fragt, wann es endlich weitergeht. Hier nicht. Es liest sich so flüssig weg, dass ich zwischendurch fast vergessen habe zu atmen. Keine unnötigen Längen, kein Geschwafel, einfach nur konsequent durchgezogene Psycho-Spannung. Wenn ihr Bock habt, euch mal wieder so richtig unwohl zu fühlen (auf die gute Buch-Art), dann schaut euch das mal an. Aber sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt, dass es düster wird.
















