
Jana Martin ist für mich ein Garant für großartige Lesestunden. Bisher hat sie mich noch nie enttäuscht – und auch diesmal nicht. Was sie allerdings regelmäßig schafft: meinen moralischen Kompass komplett zu sabotieren. Denn dieses Buch stellt ziemlich unangenehme Fragen: Was, wenn du als Leser plötzlich Verständnis für einen Rachefeldzug entwickelst? Und was, wenn du die Opfer so sehr verabscheust, dass du jede einzelne „Strafe“ mit einer gewissen Genugtuung liest? Genau so ging es mir. Und ehrlich gesagt frage ich mich jetzt ein bisschen, was das über mich aussagt … Neben der eigentlichen Geschichte treffen wir auch Dr. Braunschweig wieder, die wir bereits aus „Ich war kein braver Junge“ kennen. Man kann dieses Buch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen – aber Fans werden sich freuen. Mit ihr eröffnet sich fast eine zweite Storyline: Sonja orientiert sich beruflich neu und begegnet der extrovertierten Detektivin Britta Hunter. Eine Figur, die mich gleichzeitig genervt und amüsiert hat – und die im Verlauf der Geschichte eine deutlich größere Rolle spielt, als man zunächst denkt. Die Auflösung? Laut. Konsequent. Und genau so kompromisslos, wie es zu dieser Geschichte passt. Für Menschen mit sehr geordnetem Weltbild vielleicht ein bisschen „drüber“. Für Thrillerfans wie mich dagegen genau richtig. Und ich? Ich musste danach sofort mit dem nächsten Band weiterlesen.














