29. Nov.
Bewertung:5

Ich versuche mal in ein paar Worten zusammenzufassen, was ich hier gelesen habe: skurril, abgedreht, bedrückend, traurig und tiefgründig. Ein wenig erinnert das Buch mit den Bildern, die es in meinem Kopf erzeugt hat, an die großen Maler vergangener Epochen. Das Weizenfeld mit Zypressen von van Gogh kam mir immer wieder in den Sinn, ebenso wie der ausufernde Surrealismus Salvatore Dalis, in dessen Werken sich sicherlich auch die Telefonallee aus diesem Buch hätte wiederfinden können. Kann ich auf eine Reise gehen, ein Abenteuer erleben, ohne mich dabei zu bewegen? Verlasse das Haus, in dem du lebst, und wende dich einem der Wege zu, die dir geboten werden. Was du dort findest, zwischen Hoffnung und Offenbarung liegt ganz bei dir selbst und nur du bist dazu in der Lage, einen Ausweg zu finden. So muss sich der Protagonist Thomas fühlen, während er durch seinen Tag schreitet, der ein Leben zu füllen vermag, immer auf der Suche nach der Wahrheit hinter der grotesk anmutenden Realität, in der er lebt. Denn etwas stimmt nicht. Die Frage ist nur was! Es ist beeindruckend, wie der Autor es geschafft hat, mich mit auf eine Reise zu nehmen, bei der ich nicht wusste, wohin sie mich führt. Die letzten Seiten habe ich vermutlich mit halboffenem Mund gelesen. Die bestätigte Erkenntnis, selbst wenn ich mit meiner während des Lesens entstandenen Vermutung richtig gelegen habe, hat mich fasziniert und bedrückt. Was bleibt, ist das Gefühl, einen tiefgehenden, nachdenklichen und bildgewaltigen Roman gelesen zu haben, der viel mehr farbliche Schattierungen in sich trägt als das weiß des Hauses und der Ziegel. Mein Tipp: Lesen!

Das weiße Haus mit den weißen Dachziegeln
Das weiße Haus mit den weißen Dachziegelnvon Theodoros IatridisBoD – Books on Demand