Oberflächlicher und enttäuschend unspektakulärer Sci-Fi-Gaming Mix
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und begleitet hauptsächlich Lex, eine Gamerin, die erfolgreich in einem professionellen Team ein Onlinespiel spielt. Als ihr Teamkollege Phoenix kurz vor einem großen Update plötzlich verschwindet, weiß sie, dass etwas nicht passt und macht sich auf die Suche nach ihm. Hierfür bittet sie Verro, im Spiel ein Rivale aus einem gegnerischen Team und erfolgreicher Hacker, um Hilfe. Die Geschichte ist relativ kurz (200 Seiten im eBook). Dementsprechend sind sowohl Handlung als auch Figuren eher knapp und oberflächlich erzählt. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und auch die kurzen Kapitel tragen zu einer leichten, schnellen Lesbarkeit bei. Insbesondere die erste Hälfte des Buches, als Lex und Verro bei einer Art Schnitzeljagd nach Phoenix suchen, fand ich wirklich interessant, da alles nach einer gefährlichen Verschwörung aussah. Die zweite Hälfte, als die beiden Phoenix gefunden haben, das Geheimnis schließlich gelüftet wird und “die Bösen” aufgehalten werden sollen, hat mich handlungstechnisch absolut und komplett enttäuscht. Nicht nur könnte die spektakuläre Auflösung in Wirklichkeit - und trotz Plottwist - kaum langweiliger sein, sondern auch hatte ich den Eindruck, dass alles Rund um die zentralen Themen Gaming, Hacking und IT-Technologie derart vereinfacht wurde, dass es selbst für diejenigen, die sich nur minimal mit der Szene beschäftigt haben, albern wirken dürfte. Nach der Auflösung des Rätsels gibt es zum Happy End eine umfangreiche spicy Szene, die übersprungen werden kann, ohne etwas zu verpassen. Mein Fall war das Buch leider definitiv nicht. Wem es nur um den Romance-Anteil geht, wird vermutlich mehr Spaß beim Lesen haben als ich, aber auch diesbezüglich würde ich das Buch eher als mittelmäßig bezeichnen.


