Inhalt: Alle drei Jahre findet in Taal ein Opferfest statt. Diese Feierlichkeit soll dazu dienen, das Monster zu besänftigen, das im Dämonenholz lebt. Die Bewohner Taals bringen an diesem Tage Lebensmittel und wertvolle Gegenstände in den Wald. Iana ist voller Vorfreude auf diesen besonderen Tag. Zwar muss jede Familie ihren Teil beitragen und eine Abgabe leisten, doch wird das Opferfest auch von einer großen Feier begleitet. Über dem diesjährigen Fest schwebt allerdings ein böses Omen. Denn der Diener des Ältestenrates kommt die Familie besuchen und am nächsten Morgen ist Lucy, Ianas Schwester, spurlos verschwunden. Iana zögert keine Sekunde. Sie packt ihre Sachen und macht sich auf die Suche nach Lucy. Ihre Reise führt sie mitten in den unheilvollen Wald. Dorthin, wo das Monster schläft, dem man nachsagt, dass es Menschen frisst. Aber Iana nimmt ihren ganzen Mut zusammen, um sich den Herausforderungen des Waldes zu stellen. Meinung: „Dämonenholz – Der Wald ist böse“ eignet sich nicht für zartbesaitete Gemüter, denn Brutalität an Körper und Seele spielt eine ganz fundamentale Rolle. Mit Iana erschafft Dennis Schulz eine Jederfrau, deren behagliche Existenz zum Albtraum wird. Als Lucy eines Morgens nicht in ihrem Bett liegt, ist dies der Ausgangspunkt für einen schonungslosen Blick in die Abgründe der Dorfgemeinschaft. Sobald Iana das Opferfest zu hinterfragen beginnt, stellt sie sich damit gegen ihr soziales Umfeld und rebelliert gegen die Dorf-Autoritäten. Das die Gemeinschaft grundierende Gefühl ist Angst. Auf ihr basiert Hierarchie und Abhängigkeit, Macht und Gewalt. Die Protagonisten begegnen den beklemmenden Geschehnissen gelassen oder unbesorgt, was beim Leser, der mehr ahnt und weiß, über die Seiten zunehmend Beunruhigung auslöst. Fazit: Der Zeitgeist meint es aufgrund einer zunehmenden Verlagerung unseres Alltags in virtuelle Welten gut mit dem Wald. Wald ist der Inbegriff von Natur und erfährt daher Wertschätzung. Dennis Schulz hat es nicht so mit Naturverklärung, auch „Bambi-Syndrom“ genannt. Der Wald dient in „Dämonenholz – Der Wald ist böse“ als Angstkatalysator. Angesichts der im Forst aufkommenden Einsamkeits- und Angstgefühlen eine gute Wahl für die Projektion von Schauergeschichten. Langweilig wird es aufgrund des fokussierten Erzählstils und der kompakten Struktur aber sowieso nicht. Rein handwerklich betrachtet, knüpft das Buch nahtlos an Verlagsbücher an. Spannung und bluttriefende Action werden hier dem Fantasyfan geboten. Es ist aber auch ein brutales Werk, das dem Leser einiges abfordert.
23. Sept.23. Sept. 2022
Dämonenholzvon Dennis Schulzepubli
