24. Mai
Bewertung:5

Highlight!!!!! Vorsicht kann Spoiler enthalten!!! Keine Angst, Darling von Vera Buck Millionen bewundern ihr perfektes Leben, doch hinter der makellosen Fassade lauert etwas Dunkles … Lea scheint endlich angekommen zu sein. Eine traumhafte Wohnanlage in Florida, ein liebevoller Ehemann, eine kleine Tochter und ein Leben, um das sie online beneidet wird. Doch als Lea plötzlich spurlos verschwindet, reist ihre Schwester Paula aus Deutschland an, um sie zu suchen. In der streng abgeschotteten Luxussiedlung „Sancta Familia“ stößt sie jedoch auf Schweigen, Kontrolle und eine erschreckende Welt voller Regeln. Frauen sollen funktionieren, gehorchen und bloß nicht auffallen. Und wer sich widersetzt, verschwindet … Dieses Buch hat mich komplett gepackt. Vera Buck schafft es wieder einmal, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die mir beim Lesen regelrecht Gänsehaut bereitet hat. Besonders Paulas Verzweiflung war unglaublich echt. Ihre Angst, ihre Hilflosigkeit und der verzweifelte Versuch herauszufinden, was mit Lea passiert ist. Und wirklich, wie abstoßend der Turn von Matt und dessen bröckelnder Fassade. Am schlimmsten fand ich diese perfide Vorstellung einer scheinbar perfekten Gemeinschaft, in der Frauen nur hübsches Beiwerk ihrer Männer sein sollen. Nach außen wirkt alles idyllisch und luxuriös, doch hinter den Zäunen herrschen Kontrolle, Manipulation und Angst. Gerade diese erschreckende Nähe zur Realität macht die Geschichte so intensiv. Ich habe die wechselnden POVs, Onlinebeiträge, Interviews und Leas Notizen geliebt, weil sich dadurch Stück für Stück ein furchtbares Bild zusammensetzt. Mit jeder Seite wollte ich nur noch wissen, wo ist Lea? Und was ist dort wirklich passiert? Besonders erschreckend fand ich auch Lea als Figur. Denn sie wollte all das am Anfang wirklich. Sie wollte die perfekte Ehefrau sein, ihrem Mann gefallen, bewundert werden und dieses scheinbar makellose Leben führen. Dabei hat sie gar nicht bewusst hinterfragt, welche Werte sie eigentlich nach außen trägt. Millionen Menschen folgen ihr online, sehen sie als Vorbild und genau das macht es so gefährlich. Lea merkt erst viel zu spät, wie politisch ihr Verhalten und ihre Aussagen eigentlich sind. Wie sie ein Frauenbild unterstützt, das Frauen klein hält, gehorsam macht und Männern die Kontrolle überlässt. In der Sancta Familia wird genau dieses Denken gefördert und gefeiert. Und obwohl Lea nie bewusst anderen Frauen schaden wollte, wird ihr irgendwann auf erschreckende Weise klar gemacht, wie sehr sie damit gegen ihr eigenes Geschlecht gearbeitet hat. Ein absoluter Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Wer „The Handmaid’s Tale“, „Lost Girls“ oder „Yesteryear“ mochte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Vera Buck beweist erneut, wie stark sie psychologische Spannung und gesellschaftliche Abgründe miteinander verbinden kann. Nur 2,3 Kleinigkeiten waren für mich nicht schlüssig und für mich sind nicht alle Fragen geklärt. Achtung Spoiler!!!! 1. wenn Emma nicht ihr Kind ist, sie aber im 2. Monat schwanger war, wohin ist das kind? - habs jetzt gecheckt. Mein erbsenhirn… meine Güte 🤣 2. als matt tot war - wie ist er wieder „auferstanden“? Auch gecheckt 🙈 3. was ist mit seiner Schwester???

Keine Angst, Darling
Keine Angst, Darlingvon Vera BuckLübbe