Spannender Krimi mit Tiefgang und starken Figuren.
Inhalt: Als die zwölfjährige Jacky überzeugt ist, dass Oma Resi nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, sucht sie Hilfe bei einer Frau, die im Dorf ohnehin schon für Gesprächsstoff sorgt: Matilda, die neu zugezogene Trauerrednerin. Jacky glaubt fest daran, dass mehr hinter dem Tod von Oma Resi steckt, und bringt sogar ihr mühsam erspartes Geld auf, um Matilda mit Nachforschungen zu beauftragen. Unter dem Vorwand, eine besonders persönliche Trauerrede vorbereiten zu wollen, beginnt Matilda, Fragen zu stellen. Doch im kleinen Dorf stößt sie schnell auf Widerstände. Schweigen, ausweichende Antworten und misstrauische Blicke begleiten ihre Ermittlungen. Während Matilda tiefer in die Vergangenheit von Oma Resi eintaucht, wird deutlich, dass hinter der scheinbar idyllischen Dorffassade mehr verborgen liegt, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Eigene Meinung: Der Schreibstil von Greta Jung hat mir sehr gut gefallen. Sie schafft es, die Landschaft und das Dorf so bildlich darzustellen, dass man die Enge und das unterschwellige Misstrauen förmlich spüren kann. Gleichzeitig baut sie eine ruhige, aber stetige Spannung auf. Es ist kein lauter, actionreicher Krimi, sondern einer, der sich leise entwickelt und gerade dadurch wirkt. Matilda wirkt zunächst kühl, distanziert und nicht unbedingt zugänglich. Doch genau das macht sie interessant. Schnell wird klar, dass diese Unnahbarkeit eine Fassade ist. Sie trägt eigene Wunden und Geheimnisse mit sich herum. Gerade diese Vielschichtigkeit hat mir sehr gefallen. Matilda ist keine klassische Sympathieträgerin, sondern eine Figur mit Ecken und Kanten, und genau das macht sie authentisch. Besonders mochte ich, dass sie sich trotz Anfeindungen nicht unterkriegen lässt. Sie passt eigentlich nicht in dieses Dorf und bekommt das auch deutlich zu spüren. Doch sie bleibt standhaft und verfolgt ihren Weg konsequent. Diese innere Stärke fand ich beeindruckend. Jacky habe ich sofort ins Herz geschlossen. Für ihre zwölf Jahre ist sie unglaublich mutig und entschlossen. Dass sie sich nicht einfach mit dem Tod von Oma Resi abfindet, sondern aktiv nach der Wahrheit sucht, zeigt, wie stark sie ist. Die Dynamik zwischen ihr und Matilda bildet für mich das emotionale Zentrum der Geschichte. Zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich auf besondere Weise ergänzen. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist der Fokus auf das Warum hinter den Geschehnissen. Es geht weniger um spektakuläre Wendungen, sondern mehr um menschliche Abgründe, Motive und die Frage nach Schuld und Verantwortung. Das verleiht dem Roman eine psychologische Tiefe, die mir sehr gefallen hat. Fazit: Die Totenklägerin ist ein atmosphärischer Krimi mit starkem Setting und vielschichtigen Figuren. Die Geschichte lebt von ihrer Atmosphäre, den zwischenmenschlichen Spannungen und der besonderen Beziehung zwischen Matilda und Jacky. Wer einen ruhigen, psychologisch geprägten Krimi mit Tiefgang sucht, wird hier fündig.

