Die Geschichte wird aus der Perspektive des distinguierten, etwas snobistischen und leicht hypochondrischen Waschbären Etienne Belmont de la Forêt, genannt Monty, erzählt. Zusammen mit dem Biber Castor, den er liebevoll eine “bessere Bisamratte” nennt, rettet er einem kleinen Fuchs das Leben. Dieser will unbedingt zu seinen Artgenossen in den Stadtpark. Doch ist dieser ominöse Stadtpark wirklich der elysische Ort, wo Milch und Honig fließen? Die drei Kumpane machen sich jedenfalls dorthin auf den Weg und erleben auf ihrem ungewöhnlichen Roadtrip allerlei Abenteuer. Lustige und eigentlich liebevoll gemeinte Schimpfwörter wie “holzköpfige Pelzente”, “Rotbalg” oder "frecher Möhrenfresser" führen die Kinder auf humorvolle Weise an Wortneuschöpfungen heran und erweitern damit ihren Sprachschatz. Außerdem sind sie ein perfekter Grund um mal die Themen Ironie und Humor sowie ihre Verwendung in der Alltagssprache mit seinen Kindern zu besprechen. Humor ist überhaupt die große Stärke dieses Kinderbuchs. Montys Gedanken zum Geschehen strotzen nur so vor Sprachwitz und Situationskomik. Waldtiere sind - auch in Kinderbüchern - wie der Name schon sagt, meistens im Wald anzutreffen. Hier spielen sich normalerweise ihre großen und kleinen Dramen ab. Hier ist es so, dass die Waldtiere sich einen urbanen Lebensraum erobern. Sie werden mit menschengemachtem Müll und Verkehr sowie den Menschen selbst und ihren komischen zwiespältigen Ansichten was Wildtiere betrifft, konfrontiert. Sie treffen außerdem auf Stadttiere, die ihnen nicht unbedingt wohlgesonnen sind. So müssen sich die Freunde im urbanen Dschungel zurechtfinden und gegenseitig aus dem ein oder anderen Schlamassel helfen. Immer mehr Wildtiere zieht es ja tatsächlich in die Stadt, so auch Füchse und Waschbären. Das Thema der Tiere, die aus ihrem natürlichen Habitat vertrieben werden, ist auch in der Umsetzung als Unterhaltungsstoff für Kinder nicht neu. Es wurde bereits in den 1990er Jahren in der auf einer Buchreihe basierenden TV-Serie namens “Als die Tiere den Wald verließen” behandelt. Ich denke das Buch lehnt sich ein bisschen an diese Geschichte an, in der es auch um Probleme wie Verkehr (Autobahn), Umweltverschmutzung, etc., geht. Trotzdem ist "Monty, Castor und der Findelfuchs" modern und originell und allenfalls als Hommage an den oben genannten Vorgänger anzusehen. Ich denke das Buch ist perfekt geeignet für die angegebene Altersgruppe 5+. Die Kinder sollten schon längeren, fortlaufenden Geschichten folgen können, um das Buch genießen zu können. Auch die relativ geringe Anzahl an Illustrationen (es gibt auch einige Doppelseite ganz ohne Bilder) pro Seite und die Komplexität der Geschichte sowie das fortgeschrittene Vokabular machen sie eher für Vorschulkinder und jüngere Grundschüler interessant. Alles in allem ein wundervolles, in sich stimmiges Buch über Freundschaft und Zusammenhalt in unterschiedlichen Lebensräumen.
Bewertet mit 5 Sternen Zum Buch: Etienne Belmont de la Forêt, kurz Monty, und sein Freund, der Biber Castor finden im Schnee einen kleinen Fuchs. Das Fuchsbaby will in den Stadtpark, denn dort vermutet er seine Familie. Aber der Weg ist weit und gefährlich. Also gehen Monty, der Waschbär, und Castor, der Biber, mit dem Findelfuchs Foxi los um das Abenteuer gemeinsam zu bestehen Und was für ein Abentuer das ist ... Meine Meinung: Ein Cover zum Verlieben, total niedlich und doch so einladent. Die Geschichte ist eine ganz besondere, eine Geschichte über Freundschaft, was man alles erreichen kann, wenn man zusammenhält. Über die Gefahren der Tiere in der großen Stadt, über den verschwundenen Wohnraum der Tiere und immer wieder über die Freundschaft. Eine ganz besondere Freundschaft verdient auch ein ganz besonderes Buch. Die Geschichte ist gut zu lesen, sie eignet sich durch die zauberhaften Illustartionen hervorragend zum Vorlesen, aber auch selbst Lesen macht den Kindern Spaß, nicht nur die Kindern. Ich kann Monty, Castor und der Findelfuchs absolut empfehlen. Ein warmherzige Geschichte über Mut und Freundschaft, großartig erzählt.

