
Ich habe mir von dem Buch ehrlich gesagt mehr erhofft. Mira C. Mühlenhof möchte mit diesem Buch aufklären, wie wertvoll es für das eigene Leben sein kann, wenn man sein/e Trauma/ta aus Schultagen erkennt und hintersich lassen kann. Das macht sie in vier Teilen: 1. Sind wir nicht alle ein bisschen Schultrauma? 2. Geschichten, die die Schule schreibt 3. Der unbekannte Feind in deinem Leben 4. Mach dein Schultrauma zu deinem guten Freund Theorie und persönliche Erfahrungen verschiedener Schultraumata sind dabei in den Kapiteln vertreten. Sehr schade fand ich, dass die Theorieteile nicht mit Fachliteratur belegt wurden. So war mir nicht immer klar, ob bestimmte Aussagen nun Gedanken der Autorin waren oder wissenschaftlich fundierte Aussagen. Für die eigene Psychoedukation ist es so jedoch vertretbar. Leider habe ich jedoch im gesamten Buch nicht allzu viel gelernt. Ja, ich weiß jetzt, dass Schultraumata häufig vorkommen und ich damit nicht alleine bin. Aber das hilt mir bei der Bewältigung/beim Loslassen dessen nicht. Die Thesen gegen das Schultrauma richten sich allesamt gegen das System Schule (und eines bezieht sich in dem Kontext auf Ärzte), was ich einerseits auch verstehe, mir andererseits aber nur noch mehr Ohnmachtsgefühle vermittelt, weil ich an diesem System nichts ändern kann. Das ruft dann eher negative Gefühle hervor, anstatt dass ich sie bewusst loslassen kann. Die Tipps gegen die Emotionsüberwältigung hingegen fand ich aber sehr interessant und spannend. Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass das Buch fachlich fundierter gewesen wäre, sodass die persönlichen Erfahrungen und Meinungen mit Fachwissen begründet worden wären und mir mehr Tipps zum loslassen des Schultraumatas gegeben worden wären. Das hätte mir sehr geholfen.

