
...Endlich wird die Rache unser sein
🌟🌟 "Angst. Zorn. Hass. Das sind die Schritte auf dem Weg zur Dunklen Seite. Das sind die Waffen der Sith." - Darth Maul 🌟🌟 🌟INHALT🌟 In "Darth Maul" von Cullen Bunn erlebt der Leser auf circa 120 Seiten, wie Mauls Ungeduld in offenen Aktivismus gegen die Befehle seines Meisters ausschlägt. Entgegen dessen Anweisungen begibt sich der Sith auf eine illegale Auktion, auf der angeblich eine Jedi-Padawan versteigert werden soll. Zusammen mit einer kleinen Gruppe Kopfgeldjägern tut der Zabrak alles, um sie in die Hände zu bekommen. Endlich will er sich mit einem würdigen Gegner messen... 🌟BEWERTUNG🌟 "Darth Maul" liefert in einer gewissen Weise eine kanonische Antwort auf Michael Reaves' "Darth Maul - Der Schattenjäger". In beiden Werken geht es um ein aus Episode 1 bekanntes Motiv: Die Enthüllung der Sith gegenüber den Jedi nach Jahrhunderten. Ursprünglich geschah dies durch Darth Maul auf Tattooine, als er sich dem überraschten Qui-Gon Jinn zum Duell auf dem heißen Wüstensand stellte. Diese Tatsache lässt der vorliegende Comic auch unberührt. Stattdessen setzt der Autor ohne wirkliche Auswirkungen auf die Kanon-Story weiter vorne an. Während Sidious den "Großen Plan" aufbaut (wen das "Legends"-Label nicht stört, dem empfehle ich dazu "Darth Plagueis" von James Luceno), wird sein Schüler zusehends ungeduldig. All die Jahre des Trainings und des Hasses brauchen endlich ein Ventil. Nicht nur erhält der Leser mit diesem Beginn einen kurzen Einblick in Mauls Training, sondern er erlebt hautnah den Charakter dieses frühen Darth Maul. Grade seine Eigenschaften sind vom Autor sehr überzeugend dargelegt wurden. Tatkraft, Hass und Übermut kennzeichnen den Zabrak, was für Fans stets mit der Figur verbunden war und so auch hier ausgezeichnet klappt. Statt diese hervorstechenden Charakterpunkte nur von außen sichtbar zu machen, lässt Bunn den Protagonisten in inneren Monologen von seinen Motiven erzählen. Dieses Stilmittel wird durch den Comic hindurch umfangreich eingesetzt, was manchmal hervorragend funktioniert und manchmal leider überflüssig wirkt. Der Action tut es keinen Abbruch, von der es mehr als genug gibt. Schließlich wollen die zwielichtigen Persönlichkeiten, die die Jedi-Padawan gefangen genommen haben und versuchen zu versteigern, ihre Beute nicht einfach so aus der Hand geben. Zum Glück hat sich der Zabrak Feuerkraft in Form von vier Kopfgeldjägern eingekauft. Mit Aurra Sing und Cad Bane kehren zwei Fanlieblinge zurück und stellen einmal mehr ihren Ruf der Gerissenheit unter Beweis. Hinzu kommen einen Chadra-Fan (erinnert stark an Uttersond aus "Die Hohe Republik") und ein mückenähnliches Wesen, welches für mich völlig neu war (die Spezies heißt "Culisetto"; bietet definitiv einen Anreiz für weitere Recherchen). Das Quartett ist äußerst unterhaltsam und stellt teilweise einen humoristischen Gegenpart zu Maul dar, wobei der Humor jedoch nicht übertrieben wurde. Höhepunkt des Heftes ist zweifellos das Aufeinandertreffen von Jedi und Sith - ein erhabener Moment nach Jahrhunderten, der in "Darth Maul" herausragend gut eingefangen wurde. Das kann man vor allem den Zeichnungen von Luke Ross verdanken. Bereits in dem bis dahin abgelaufenen Teil des Geschehens boten die Panels einen wunderschönen Anblick, der vor den Augen des Lesers eine lebendige Galaxis entstehen lässt. Im Aufeinandertreffen von Schönheit und Schrecken liegt dabei die Kunst, die der Zeichner gemeistert hat. Schatten und Licht kommen zusammen, um ein filmreifes Abbild des Sith-Schülers entstehen zu lassen. 🌟FAZIT🌟 Mauls erster Kampf mit den Jedi - ein kleines Meisterwerk in Bild und Schrift. Gesamt: 4/5
