Ein unterhaltsamer Mittelalter Krimi. Im Anhang werden dann noch einige Ereignisse in der beschriebenen Zeit erläutert. Der Sprache passt für mein Dafürhalten nicht immer genau.
Band 3 aus der Kräutersammlerin-Reihe hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin versetzt uns ins Jahr 1347 in das Örtchen Schiltach im Schwarzwald, wo Heilerin Johanna und ihr Mann Lukas, der dem Beruf eines Flößers nachgeht, leben. Johanna untersucht den Mord am Mietstallbesitzer Merckel, kein angenehmer Zeitgenosse. Wir erfahren sehr viel über die Wirkung von verschiedenen Kräutern und bei welchen Leiden sie helfen. Johanna richtet sogar einen gebrochenen Knochen und assistiert Ulrich, dem Knochenhauer, beim Kaiserschnitt, den er an seiner Frau vornimmt. Ein atmosphärischer historischer Roman, den ich gern weiter empfehle.

Im 3.Teil des Schwarzwaldkrimis um die Zeit 1347 werden sowohl der Mietstallbesitzer Merckel in einer Schweinesuhle als auch eine junge Frau mit ihrem Baby in einer versteckten Waldhütte tot aufgefunden. Zu allem Unglück verschwindet auch das Wolfsmädchen Ida, die seit ihrem Auffinden vor langer Zeit bei Johanna und Lukas wohnt. Völlig zusammenhangslos und doch beginnt die Suche nach Aufklärung und dem Verbleib von Ida. Je mehr sie ans Tageslicht bringen, desto mehr Abgründe tun sich auf, ein Netz aus Geheimnissen, Eifersucht und Verrat… Es hat wieder so viel Spaß gemacht, all den bekannten Persönlichkeiten zu begegnen, die man schon in den vorherigen Bänden begleiten durfte und zu beobachten , wie sie reifer geworden sind, sich zusammenraufen und trotz ärmlicher Verhältnisse das Beste aus ihrer Situation machen. Besonders für Johanna gab es erfreuliche Nachrichten, was schön und manchmal auch humorvoll in die Handlung mit eingebunden wurde. Obwohl es Sinn macht, die Bände zusammenhängend zu lesen, kann man diesen Teil aber auch ohne Vorkenntnisse lesen, denn die Autorin nimmt auf einiges Bezug, so hat man dennoch etwas Hintergrundwissen. Wie man Johanna kennt, so kann sie es neben ihrer Tätigkeit als Heilerin nicht lassen, auch Verantwortung zu übernehmen und zu recherchieren, wenn Unrecht geschieht oder Dinge aufgeklärt werden müssen. Sie hat dieses Gespür und das hilft ihr auch dieses Mal, hinter die Kulissen so mancher Kunden zu schauen, die sie mit ihrem Kräuterwissen behandelt. Das wird zeitweise richtig spannend, denn die Autorin versteht es, ein echtes Verwirrspiel zu entfachen, viele Verdachtsmomente zu erzeugen und so den Leser bis zum Schluss in Atem zu halten. Zeitweise gehen einem die Geschehnisse wirklich nahe, was gerade zu dieser Zeit an Ungerechtigkeit, Missgunst und Gier geschehen ist, manchmal unter dem Deckmantel der kirchlichen Akzeptanz, zumindest für die männliche Bevölkerung. Aber auch weil die Rolle der Frau festgelegt war und nur wenige Männer sie wirklich liebevoll und respektvoll behandelt haben. Dieser Roman ist auch wieder spannungsgeladen, abwechslungsreich und diese gewisse Prise Krimi passt perfekt zu diesem Mittelalterroman, bei dem mir auch das Ende gut gefiel, weil es manches gibt, was heilen muss, was Zeit braucht und mit dem man sich umständehalber arrangieren muss. Für mich ein unterhaltsamer Lesegenuss und ich kann die Reihe, die aus fiktiven Teilen und Personen mit historisch belegten Elementen zusammengefügt wurde, zusammen mit einigem Wissen an natürlicher Heilkunst sehr empfehlen.


