'Sport war ehrlich. Er hinterging niemanden, stellte nicht plötzlich ihr ganzes Leben auf den Kopf. Alle Fakten lagen auf dem Tisch. Aurelie bestimmte, was sie daraus machte.'
Der zweite Band der Reihe um Aurelie steht Band 1 in nichts nach. Aurelie macht einen mentalen Wandel durch, kann sich aber vor dem inneren schwarzen Loch nicht verstecken. Aurelies innere Gefühlswelt ist auf den Punkt ausgeschmückt und zwar so sehr, dass man ihr Verhalten in allen Belangen nachempfinden und verstehen kann, obwohl man weiß, dass das gerade nicht richtig ist und auch nicht gut für sie ausgehen kann. 'Wie oft hast du es in deinem Leben besser gewusst und trotzdem das Falsche getan? Wie unerträglich musste das Leid werden, bis du bereit warst, einen Schlussstrich zu ziehen? Ein bisschen schlimmer geht noch. Ein bisschen schlimmer geht immer.' Diese Passage aus dem Buch beschreibt es ganz gut. Ich finde, häufig ist man sich nicht bewusst, dass Routinen oder angeeignete Muster (sei es zur Stressbewältigung o.ä.), alles, was ins Extreme schlägt, irgendwann nicht mehr gesund ist. Eine negative Entwicklung bringt man vorrangig mit ungesunden Dingen in Verbindung wie zu viel Schokolade, Fast food, Alkohol etc. Aber nicht in erster Linie mit Sport. Sport ist gesund, ja. Aber auch nicht um jeden Preis. Und nicht, wenn der Körper übergangen wird, weil das Ventil für den Geist scheinbar mehr fordert. Sobald beides - Körper und Geist - nicht mehr im Einklang sind, geht es wirklich nicht mehr ums (dazu)Gewinnen, sondern tatsächlich darum nicht alles zu verlieren. Das Extreme, die Sucht, in welcher Form auch immer, bahnt sich seinen Weg, während man sich an den Gedanken klammert dadurch die Kontrolle zu behalten. Viele Erkenntnisse!
