"Nymphenblut" ist Isabel Roderick's packendes, blutiges Vampirdebüt. Da ich Vampirbücher liebe, habe ich das Buch in zwei Schüben verschlungen. Diese düstere Athmosphäre im Pariser Untergrund konnte sogar meine absolute Französisch-Abneigung vergessen lassen. Leider gab es aber auch ein paar kleine Punkte, wo ein wenig fehlte - was dem Lesefluss aber keinen Abbruch getan hat. In dieser Vampirgeschichte gibt es ihn noch: Den gnadenlosen, blutrünstigen Vampir, der seine Beute sofort in seinen Bann ziehen kann und keine Hemmungen vor dem töten hat. Geleitet wird dieser Vampirclan von Lucien, der sie beschützt, füttert und strenge Gesetze aufrecht hält. Es gibt Verbrecher, die gnadenlos bestraft werden. Die Schlafenden, die in Steinsärge gesperrt werden und die auserwählten Evocati, die ihrem Fürst treu ergeben sind. Und doch ist diese Treue trügerisch, besonders als ein neuer Vampir namens Adam dazu stößt, der ein Auge auf Rufina - Luciens Gefährtin - geworfen hat. Schnell wird klar, dass Adam ganz eigene Ziele verfolgt und auch Rufina war ein sehr irreführender Charakter, wo man besser zweimal hinter sich schauen sollte. Storymäßig ist "Nymphenblut" unterhaltsam und spannend. Dank des flüssigen Schreibstils kommt man gut durch die Geschehnisse, bei denen sich die Autorin am Anfang noch besonders Zeit nimmt den Leser in ihre Vampirwelt einzuführen. Es geht düster weiter und man sollte besser nicht zimperlich sein, denn die Geschichte entwickelt sich gnadenlos. Die Liebesgeschichte ist genauso blutrünstig wie der Rest und ein klein wenig war ich von dem hin und her bei Lucien und Rufina (Streit, Versöhnung...) und Adam und Rufina (Was darf sein, was nicht?) genervt. Mit Rufina wurde ich absolut nicht warm, weil einfach nicht klar war, was sie plant. Auch Lucien und Adam haben eine böse und eine durchtriebene Seite, die sich von Null auf Hundert aufbauen konnte. Dadurch wurden manche Szenen schnell explosiv, was mir gut gefallen hat. Wenn ich aber nur die Charaktere in diesen Szenen sehe, finde ich es weniger gut, denn durch diese blitzartigen Veränderungen fiel es mir schwer einen nachvollziehbaren Bezug zu ihnen aufzubauen. Roderick spickt "Nymphenblut" mit Geheimnissen, denen ich als Leserin gerne auf die Spur gekommen wäre, aber so ganz lässt sich die Autorin nicht in die Karten sehen. Was hinter dem Buchtitel steckt, kann man als Leser nur erahnen und in der Geschichte selbst wurde es nur einmal kurz genannt. Zitat: Noch versperrte sie ihm den Weg in ihren Geist. Wenn er jetzt ihr Nymphenblut trank, würde er damit alles zunichte machen. Denn was begehrte er wirklich - ihr Blut oder ihr Geheimnis? Geheimnisse sind schön und gut, aber ein klein wenig mehr Hintergrund wäre schön gewesen. "Nymphenblut" ist in sich abgeschlossen, aber es deuten einige Geschehnisse auf eine Fortsetzung hin und ich hoffe sehr, dass es sie noch geben wird, sonst wäre das wirklich zu wenig.
5. Nov.5. Nov. 2023
Nymphenblutvon Isabel RoderickBoD – Books on Demand
