26. Okt.
Bewertung:3

Ich gebe zu, in letzter Zeit treibe ich mich gern bei Netgalley herum. Die Auswahl der E-Books wird mittlerweile immer größer und es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Daher fand auch Lisa McAbbeys "Der Spion mit dem Strumpfband" über diese Plattform zu mir. Wer das Buch noch lesen möchte: Meine Rezension enthält einige Spoiler, daher aufpassen! Zum Inhalt: Clarissa Greenly, Tochter eines englischen Baronets, ist gezwungen, selbst Geld zu verdienen, um die Schulden ihres Vaters abzuzahlen. Aus diesem Grund arbeitet sie als Spionin für die sogenannte "Spinne". Ihr nächster Auftrag: Ein Notizbuch zu beschaffen, das Beweise für den Verrat des Earls von Hawkhurst enthalten soll. Eigentlich ein Kinderspiel, wären da nicht die ungewohnten Gefühle, die der Earl in ihr auslöst ... Meine Meinung: Ich mag historische Romane eigentlich sehr gern. Aber die richtig "großen" Geschichten sind für mich selten geworden, weil das Genre für meinen Geschmack viel zu sehr auf Liebesgeschichten in historischem Setting fixiert ist. Der "Spion mit dem Strumpfband" hörte sich für mich ebenfalls nach einer solchen Geschichte an, versprach allerdings neben der Liebe auch einen Abenteuer- bzw. Spionageroman. Um es gleich mal vorab zu sagen: Ich hatte mir ein bisschen mehr erwartet, als ich bekommen habe. Die Autorin hat einen guten und flüssigen Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, durch die Seiten zu fliegen. Er wirkt zwar an manchen Stellen etwas altmodisch ("Sapperment" beispielsweise habe ich auch schon sehr lange nicht mehr in einem Buch gelesen), passte aber sehr gut zu der Geschichte, die ja Mitte des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Auch die einzelnen Begegnungen der Protagonisten bzw. die Liebesszenen waren durchaus anregend und nicht zu detailliert beschrieben. Was mir weniger gefallen hat, ist die Art, wie sich die Handlung entwickelt: Die Vorgeschichte, warum Clarissa Spionin geworden ist, wird auf den ersten Seiten sehr rasch abgehandelt, dann hat auch schon der Earl seinen ersten Auftritt, mit dem er Clarissa gleich mal gewaltig durcheinander bringt. Dann wechselt die Perspektive und man bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt des Earls, der sich von den etwas unzüchtig gezeigten Beinen der Dame verwirren lässt ... In weiterer Folge wird immer wieder abwechselnd aus seiner und ihrer Sicht erzählt, wobei seine Gedanken im Verhältnis aber eher zu kurz kommen - außer es geht um Clarissa. Da der erste Versuch scheitert, an das Notizbuch zu kommen, unternimmt Clarissa zwangsläufig weitere Anläufe, das Buch zu finden. Das führt dazu, dass sie immer wieder auf den Earl trifft und wieder scheitert, weil ihre stärker werdenden Gefühle ihr einen Strich durch die Rechnung machen. Anfangs konnte ich diese emotionalen Verwirrungen noch nachvollziehen, aber mit jeder Wiederholung wurde es für meinen Geschmack unglaubwürdiger. Clarissa wurde anfangs als gut ausgebildete Spionin beschrieben, die bisher alle Aufträge erfolgreich erledigt hat - und dann passiert ihr ein Schnitzer nach dem anderen? An manchen Stellen erschien mir ihre Art auch arg naiv. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass ihr kein einziges Mal der Gedanke kommt, dass man sie trotz ihrer verschiedenen Verkleidungen an ihrer auffälligen Augenfarbe (Sie sind veilchenblau!) erkennen kann. Im Gegensatz zum Earl natürlich, der dadurch sofort alle ihre Verkleidungen durchschaut. In die Geschichte eingebettet finden sich auch einzelne Hinweise auf die englische Politik zu jener Zeit, mit denen ich mich allerdings schwergetan habe, da mir entsprechende Vorinformationen beim Lesen gefehlt haben. Erst das Nachwort erklärt hier einige Zusammenhänge ... Hier hätte ich mir tatsächlich noch ein paar Seiten mehr gewünscht, um dem Roman mehr Tiefe zu geben und den Leser noch besser in die Zeit damals zu versetzen. So blieb die Geschichte für mich leider an vielen Stellen viel zu sehr an der Oberfläche, um mich richtig packen zu können. Mein Fazit: Wer auf historische Romane im Stil der "Historicals" aus dem Cora-Verlag steht, ist mit diesem Roman bestimmt bestens bedient. Für mich war das Buch aber ein wenig zu oberflächlich, um mich wirklich richtig begeistern zu können. Ein bisschen mehr historische Tiefe und weniger Liebestaumel hätten der Geschichte nicht geschadet.

Der Spion mit dem Strumpfband
Der Spion mit dem Strumpfbandvon Lisa McAbbeybeHEARTBEAT
10. Okt.
Bewertung:5

Clarissa erlebte den Albtraum jeder jungen, gut situieren Frau. Ihr Vater hat all sein Vermögen beim Spielen verloren und muss ins gefürchtete Londoner Gefängnis. Nun muss Clarissa für ihn im Gefängnis und für sich selbst aufkommen. In dieser Notsituation wird sie von "Der Spinne" als Spionin rekrutiert. Sie wird mit verschiedenen Geheimaufträgen betraut und somit erhält sie ein regelmäßiges Einkommen. Ihr neuester Auftrag bringt sie in die Nähe des allseits bekannten Earl von Hawkhurst. Sie soll ein Notizbuch von ihm stehlen. Normalerweise ist sie sehr erfolgreich. Dieser Auftrag jedoch entgleitet immer mehr ihrer Kontrolle. Denn der Earl entspricht überhaupt nicht seinem Spitznamen: Der Mönch Wie hat es mir gefallen? Ich bin begeistert. Ich fand die Geschichte sehr bezaubernd und unterhaltsam. Es lag sowohl an der guten historischen Recherche als auch an den zwei äußerst sympathischen Hauptfiguren. Allen voran natürlich Clarissa, die ihre auferlegte Verantwortung annimmt. Sie arbeitet gerne für "Die Spinne" und hat das Gefühl eine wichtige und ehrenwerte Aufgabe zu erfüllen. Der Earl von Hawkhurst hat sich einen Namen in der Politik gemacht. Sein Spitzname "Der Mönch" unterstreicht sogar noch seinen speziellen Einfluss. Er ist auch recht stolz darauf und erst Clarissa bringt ihn an die Grenzen seiner Beherrschung. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht Clarissas oder des Earls. Es ist extrem amüsant, die zwei unabhängig von einander zu beobachten. Ich möchte mich bedanken, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte. Ich bin ganz sicher, dass ich wieder eine Geschichte der Autorin lesen werde.

Der Spion mit dem Strumpfband
Der Spion mit dem Strumpfbandvon Lisa McAbbeybeHEARTBEAT
23. Sept.
Bewertung:5

INHALT : Agentin mit Herz! London 1756: Die junge Agentin Clarissa Greenly, Tochter eines verarmten Barons, erhält den Auftrag, einem hohen Regierungsbeamten, dem nüchternen und strengen Earl von Hawkhurst, ein geheimnisvolles Notizbuch abzujagen. Doch so erfolgreich sie auch sonst ihre geheimen Aufträge ausführt - diesmal will es nicht klappen! Und jeder neue Versuch stürzt Clarissa in tiefere Gefühlsverwirrungen, denn der Earl entpuppt sich als äußerst attraktiver und leidenschaftlicher Mann. Charmante und kurzweilige Spionage- und Liebesgeschichte mit viel London-Flair. IN" Der Spion mit dem Strumpfband" geht es um Clarissa, die seit ihr Vater im Gefängnis sitzt dessen Wettschulden bezahlen muss und für alle Dinge aufkommen muss. Doch als Agentin für eine geheime Organisation kann sie sich so etwas verdienen indem sie Aufträge erledigt. Doch ihr neuer Fall ist nicht gerade einfach und der Earl dem sie etwas entwenden soll, sieht auch noch gut aus.. Clarissa liebt es Bücher zu lesen und in diese Welten einzutauchen. Als ihr Vater auf einmal festgenommen wurde und ihnen alles genommen wurde, würde alles anders. Earl von Hawkhurst ( James) ist Stadtssekretär des Ministers und gehört zu einer reichen Familie. Er wirkt zu Beginn sehr mysteriös und ich wollte mehr über ihn wissen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und hat mich in die Geschichte gezogen. Man erfährt wie es zu damaligen Zeit zuging und die Kulisse hat mich direkt neugierig gemacht. Es gab interessante Nebenfiguren, die ich auch kennen lernen wollte und die die Geschichte ebenso mit gestaltet haben. Die Spannung und Handlung hat mich mit jeder Seite mehr in die Geschichte von Clarissa gezogen. Sie hat es nicht leicht nachdem sich ihr Vater mit seinen Schulden übernommen hat und bekommt durch die Chance von einer geheimen Organisation endlich einen Lichtblick. Doch einfach wird es nicht, denn sie soll dem Earl von Hawkhurst ein Notizbuch entwenden, das sehr wichtig zu sein scheint. Es wird kein einfacher Auftrag, denn Clarissa wird von ihren Gefühlen verwirrt, denn der Earl sieht einfach sehr gut aus. Kann sie ihren Auftrag ausführen? Man spürt das knistern zwischen dem Earl und Clarisse, doch diese verbirgt ja den wahren Grund warum sie sich im nähert. Kann es gut gehen? Wie wird er reagieren wenn er die Wahrheit erfährt ? Dies ist mein erstes Buch von der Autorin und ich bin überrascht und konnte mich kaum aus dem Buch lösen. Historische Bücher mit Liebesromananteil sind schon immer ein besonderes Highlight gewesen. Das Cover passt perfekt zur Handlung und spiegelt Clarissa sehr gut wieder. Die Farben und der Schriftzug runden den Rest ab vom Cover .. Fazit : Mit " Der Spion mit dem Strumpfband“ schafft die Autorin eine besondere Liebesgeschichte im Zusammenhang mit dem Thema Spionage. Die Kulisse Londons passt perfekt in die Handlung.

Der Spion mit dem Strumpfband
Der Spion mit dem Strumpfbandvon Lisa McAbbeybeHEARTBEAT