
Pflichtlektüre!
Dieses Buch zu lesen ist härter als jeder Thriller oder Horror. Es macht dir ein mulmigeres Gefühl als jedes Buch mit düsterem Setting und hinterlässt dich mit einer Leere, schlimmer als eine Story mit Cliffhanger. Weil dir bewusst ist, dass das hier keine Fiktion ist, sondern die Wirklichkeit. Unbequeme Hoffnung, Klimaschutz und die Realität, dass faktenbasierte Wissenschaft leider nicht ausreicht. Davon erzählt Luisa Neubauer ehrlich und unverschönt in „Was wäre wenn wir mutig sind“. Auch wenn dieses Thema für mich nicht neu ist, saß ich doch sehr häufig mit nach unten geklappten Mund da, während ich dieses Buch las. Hier wird einem auf ruhige aber sehr deutliche Art und Weise gesagt, wie lange wir eigentlich schon komplett versagen, was das Thema Klimaschutz angeht. Luisa Neubauer wirft hier nicht etwa wild mit Zahlen und Studien um sich, nein, sie erklärt an Beispielen, aus ihrem Leben aber auch aus dem Anderer. Nicht nur einmal habe ich mich selbst ertappt und musste mir eingestehen, dass ich gerne auf die bequeme Hoffnung zurückgreifen würde. Doch es wird schnell klar, wenn sich etwas ändern soll, dann ist da keine Zeit mehr für Bequemlichkeit. Mit jeder Seite realisiert man mehr, dass die „Höher-Weiter-Schneller-Gesellschaft“ uns alle in eine schwierige Lage manövriert hat und es ist klar, dass wir, damit Veränderungen eintreten können, davon weg kommen müssen. Doch am Ende hat Luisa Neubauer da noch Hoffnung für uns, indem sie uns sagt, dass Interesse und Präsenz sehr wohl wichtig sind, dass Diskussionen entstehen müssen und nicht umgangen werden dürfen und dass es darum geht „(…) zuzulassen, dass der Ort aus dem man kommt, nicht länger definiert, wohin man geht. Darum, dass die Welt, in der man lebt, nicht definieren muss, für welche Welt man kämpft.“ Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist wichtig und vielleicht dehnen sich diese Schritte Stück für Stück.
























![[...] es gibt auch keinen Ort mehr auf der Welt, der nicht von der Klimakrise verändert wird. Sich nach einer Welt zu sehnen in der wir das ungeschehen machen können, ist sinnlos.
Aber wir können mitreden und mitentscheiden, [...] wie wir eine versehrte Welt neu beleben.
(S. 133-134)](https://social-cdn.read-o.com/images/1749471817112-99.jpg)

























