20. März
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Ellen Dunne legt mit „Die schlafenden Hunde von Dublin“ den fünften Band ihrer Krimireihe um die deutsch-irische Ermittlerin Patsy Logan vor – und verbindet dabei geschickt persönlichen Familiendrama, politische Vergangenheit und klassische Ermittlungsarbeit. Im Zentrum der Geschichte steht ein Foto vom St. Patrick’s Day 1989, aufgenommen in München. Es zeigt drei irische Freunde – Fergal, Mannix und Patsys Vater Arthur – sowie die kleine Patsy selbst. Jahrzehnte später wird dieses scheinbar harmlose Erinnerungsstück plötzlich zu einem entscheidenden Hinweis in einem Mordfall: Fergal Massey, mittlerweile Pub-Besitzer in München, wird während eines Aufenthalts in Dublin erschossen. Als sich herausstellt, dass Patsy zur Testamentsvollstreckerin bestimmt wurde und das alte Foto bei seinem Tod in seiner Brieftasche lag, wird der Fall für sie schnell persönlich. Der Roman lebt stark von seiner Atmosphäre. Dublin wird von der Autorin nicht als touristische Postkartenkulisse dargestellt, sondern als rauer, lebendiger Ort voller Geschichte und Widersprüche. Pubs, enge Gassen und die windigen Küsten bilden eine stimmungsvolle Kulisse für eine Handlung, die sich immer tiefer in die Vergangenheit Irlands gräbt. Besonders die Verknüpfung mit dem Nordirlandkonflikt und der Geschichte der IRA verleiht der Geschichte eine zusätzliche historische und politische Dimension. Ein großer Pluspunkt des Buches sind die Figuren. Patsy Logan ist eine glaubwürdige Ermittlerin mit persönlichen Zweifeln und emotionalen Konflikten. Der Mord an Fergal zwingt sie nicht nur zu Ermittlungen, sondern auch dazu, die Vergangenheit ihres eigenen Vaters neu zu betrachten. Dadurch entsteht eine Spannung, die weniger aus Action, sondern aus psychologischer Tiefe und dem langsamen Freilegen von Geheimnissen entsteht. Der Plot entwickelt sich eher ruhig, aber kontinuierlich. Immer wieder wechseln die Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wodurch die Leserinnen und Leser den Ermittlungen teilweise einen Schritt voraus sind. Diese Struktur steigert die Spannung, weil sich nach und nach ein komplexes Bild aus Loyalität, Verrat und jahrzehntealten Verbindungen zusammensetzt. Zum Ende hin zieht das Tempo spürbar an, mehrere Wendungen sorgen dafür, dass viele der zuvor gelegten Spuren in einem überraschenden, aber schlüssigen Finale zusammenlaufen. Gleichzeitig bleiben einige Aspekte offen genug, um Neugier auf weitere Fälle mit Patsy Logan zu wecken. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Die schlafenden Hunde von Dublin“ ist ein atmosphärischer, vielschichtiger Kriminalroman, der persönliche Geschichten mit irischer Zeitgeschichte verbindet. Wer ruhige, intelligente Spannung, glaubwürdige Figuren und ein starkes Setting schätzt, findet hier einen packenden Irland-Krimi. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon wieder auf die Fortsetzung!

Die schlafenden Hunde von Dublin
Die schlafenden Hunde von Dublinvon Ellen DunneHaymon Verlag