
Mit seinem Buch „Amokalarm“ greift der Autor Uli Black ein sehr ernste und gesellschaftlich relevante Themen auf und setzt dies in einer Geschichte um, die ich in kürzester Zeit verschlungen habe. Der Schreibstil des Autors ist angenehm und flüssig zu lesen. So dauerte es auch nicht allzu lange, bis man von der Story vereinnahmt wurde. Die Sprache im Roman ist zu großen Teilen im Jugendslang verfasst, was ich für den Protagonisten der Geschichte H. C. Nachtnebel als sehr passend empfand und seine Gedankenwelt so sehr gut widerspiegelt. Teilweise übertrug sich dieser Sprachstil jedoch auch auf Lehrer und Elternfiguren, was für mich persönlich nicht ganz stimmig war. Sehr interessant empfand ich auch den Aufbau der Geschichte. Die Handlung wird über mehrere Handlungsstränge erzählt, die sich nach und nach miteinander verweben und die Tragweise der Ereignisse immer deutlicher werden. So gibt es eine Gegenwart, die wie eine Befragung anmutet, das eskalierende Ereignis, die Geschehnisse, die vor dieser Befragung und der Eskalation stattgefunden haben und eine auch einen Blick in H.C.s Vergangenheit davor. So konnte man sich ein wirklich gutes und umfassendes Bild machen und nach und nach miterleben, was zur Eskalation geführt hat. Neben der Perspektive von H.C. kommen nach und nach weitere Sichtweisen hinzu, die das Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und ein umfassendes Bild entstehen lassen. Der Protagonist H.C. wurde vom Autor sehr treffend dargestellt. Nach außen wirkt er wie ein ganz normaler Jugendlicher. Seine große Leidenschaft ist Basketball, in der Schule ist er eher durchschnittlich, nur in Mathe zeigt er ein außergewöhnliches Talent. Doch im inneren kämpft er mit ganz anderen Problemen, wie die Angst vor Verlusten, Unsicherheit, Unverständnis, die er verzweifelt versucht, nicht nach außen zu tragen. Die Nebenfiguren bleiben mir persönlich teilweise etwas blass und eher im Hintegrund. Nur einige besonders extreme Charaktere stechen hervor, die der Autor meines Erachtens bewusst so darstellt, um bestimmte Dynamiken und Konflikte innerhalb der Geschichte deutlicher hervorzuheben. Das Buch spricht insgesamt wichtige und aktuelle Themen an, die einen nachdenklich zurücklassen. Schulischer Druck, soziale Erwartungen, persönliche Unsicherheiten und Ängste sind nur einige davon mit denen viele Jugendliche zu kämpfen haben. Es zeigt, wie sich diese Faktoren zu einem gefährlichen Gemisch entwickeln können, das einen Menschen immer weiter an den Rand drängen, bis er schließlich keinen Ausweg mehr sieht. Mir hat „Amokalarm“ insgesamt gut gefallen und ist ein Roman, der sich mit schwierigen Themen auseinandersetzt, Einblicke in die Gedankenwelt eines Jugendlichen unter enormen Druck gibt und einen nachdenklich zurücklässt. Neben diesen Themen gab es durch die sich überschlagenen Ereignissen noch eine gute Portion Spannung Und die Geschichte bleibt insgesamt einen noch lange im Gedächtnis. Von mir gibt es daher vier Sterne und eine klare Leseempfehlung.


























