Stimmungsvoller Norwegenroman mit Schwächen
Das Geheimnis am Fjord" hat mich sofort abgeholt. Die kleine Buchhandlung in Hamburg hatte etwas unglaublich Gemütliches. Mein Eindruck war, dass das Buch ein Highlight werden könnte. Maries Reise nach Norwegen hat sich sehr vertraut angefühlt. Die Zollkontrollen inklusive den Fragen nach Alkohol, aber auch die Fahrt ins Landesinnere mit all den kilometerlangen Tunneln. Dazu die sehr authentischen Beschreibungen der Landschaft, des Klimas und der Kultur. Das hat bei mir sehr viele Erinnerungen geweckt. Über viele Seiten hinweg habe ich mich trotz der Widrigkeiten mit denen Marie zu tun hatte, sehr wohl gefühlt. Leider konnte das Buch dieses Gefühl nicht halten. Marie wird von ihrem Umfeld ständig bevormundet, teilweise auf eine Art, die ich wirklich unangenehm fand. Auch der männliche Protagonist ist mir fremd geblieben. Die aufkeimenden Emotionen zwischen Marie und Nils waren nicht nachvollziehbar. Insgesamt hat es mir an emotionaler Tiefe gemangelt. Lediglich die Beziehung, die Marie zu ihrer Oma pflegte, hat sich für mich echt angefühlt und war der Teil, der mich am meisten berührt hat. Gerne hätte ich mehr zum historischen Part gelesen, aber das war nie die Intention der Autorin. Trotz meiner Kritik habe ich das Buch gerne gelesen. Es hat viel in mir ausgelöst. Vor allem Fernweh! ⭐️ 3,5/5




